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"Wir brauchen Baugebiete!"

Tritt nach 14 Jahren nicht mehr an: Wolfgang Schnitter, Vorsitzender der Buchholzer Wirtschaftsrunde (Foto: Schnitter)

Interview mit Wolfgang Schnitter, scheidender Vorsitzender der Buchholzer Wirtschaftsrunde

os. Buchholz. Nach 14 Jahren an der Spitze der Buchholzer Wirtschaftsrunde tritt der Vorsitzende Wolfgang Schnitter (63) nicht mehr zur Wiederwahl an. Im Interview mit WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander lässt der Steuerberater seine Zeit bei dem Zusammenschluss aus mehr als 150 Wirtschaftsunternehmen und Einzelpersonen Revue passieren
WOCHENBLATT: Wie fällt das Fazit Ihrer Zeit als Vorsitzender der Wirtschaftsrunde aus?
Wolfgang Schnitter: Nach meiner Wahl zum ersten Vorsitzenden der Wirtschaftsrunde hatte ich nicht daran geglaubt, dass eine 14-jährige Amtszeit auf mich zukommt. In die Fußstapfen meiner Vorgängerin Eva Schulz zu treten, die sehr gute Arbeit geleistet hat, war schon eine große Herausforderung. Durch die sich kontinuierlich weiterentwickelnde Arbeit in unserem Vorstandsteam konnten wir nach und nach die uns gesteckten Ziele umsetzen.
WOCHENBLATT: Was sind die wichtigsten Errungenschaften und Entwicklungen in dieser Zeit?
Wolfgang Schnitter: Der Vorstand der Wirtschaftsrunde hat es in den letzten Jahren verstanden, unser Vereinsleben zu stärken. Das zeigt die gute Resonanz unserer Veranstaltungen und die Wahrnehmung unseres Auftretens bei der Buchholzer Bevölkerung, die in uns einen kompetenten Ansprechpartner bei Fragen in unternehmerischen Belangen sieht. Das von uns unter den Mitgliedern aufgebaute Netzwerk und zu anderen Gruppen in der Gesellschaft hat zu einer wachsenden Anzahl von Mitgliedern geführt und die Wahrnehmung unserer Wirtschaftsrunde weit über die Stadtgrenzen hinaus getragen. Inzwischen stehen einige Unternehmen außerhalb der Buchholzer Stadtgrenzen auf unserer Mitgliederliste.
WOCHENBLATT: Zuletzt hat sich die Wirtschaftsrunde stark im Stadtmarketing engagiert...
Wolfgang Schnitter: Richtig. Eine der wichtigsten Errungenschaften der jüngeren Vergangenheit ist die Zusammenführung der einzelnen Stadtmarketingaktivitäten zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung in Form einer „Public-Privat-Partnership“. Dieses gemeinsame Gerüst hat in unserem Vorstand in den letzten Jahren viel Leidenschaft und Energie benötigt und gebunden.
Das Gerüst muss mit Leben gefüllt werden und dafür benötigen wir Geduld, denn über viele Jahre Versäumtes kann nicht per Knopfdruck verändert werden.
WOCHENBLATT: Gibt es etwas, das nicht nach Ihren Vorstellungen gelaufen ist?
Wolfgang Schnitter: Grundsätzlich: „Nein!“ Aber natürlich gibt es immer Einschränkungen: Die Geschwindigkeit, mit der einige Maßnahmen umgesetzt wurden, hätte schneller sein können. Das ist aber in erster Linie meiner Ungeduld geschuldet und der Erkenntnis, dass wir alle ehrenamtlich arbeiten und hauptberuflich Verantwortung für unsere Unternehmen tragen.
WOCHENBLATT: Die Wirtschaftsrunde hat sich vor allem vor Wahlen deutlich zu Wort gemeldet. Müsste sie das zwischendurch nicht viel öfter tun?
Wolfgang Schnitter: Die Buchholzer Wirtschaftsrunde ist gemäß ihrer Satzung zu einer politischen Neutralität verpflichtet. Der Vorstand ist trotzdem der Auffassung, sich zu Wort melden zu müssen, wenn unternehmerische Belange betroffen sind. Für die Zukunft wird es hier sicher Veränderungen geben, weil eine Mitgliederbefragung die umfassendere Bearbeitung von politischen Themen, die unsere Unternehmen betreffen, erwartet und unterstützt.
WOCHENBLATT: Welche wichtigen Projekte sollte die Wirtschaftsrunde in der nächsten Zukunft begleiten?
Wolfgang Schnitter: An erster Stelle steht die Weiterführung des gemeinsamen Stadtmarketings. Die Planung weiterer Gewerbegebiete muss vorangetrieben werden, denn die Nachbargemeinden sind in diesem Bereich nicht untätig. Zudem wächst die Nachfrage nach Grundstücken und Wohnungen in Buchholz. Wir brauchen Baugebiete! Alle Projekte, die sich mit der Zukunft und Weiterentwicklung von Buchholz zu einem besonderen Standort im Landkreis Harburg beschäftigen, an dem sich leben und arbeiten lässt, ist stark an die Lösung unserer Verkehrsprobleme gekoppelt. Wir dürfen nicht auf das 50-jährige Planungsjubiläum der Ost-Tangente warten, sondern müssen gemeinsam eine tragbare neue Lösung für Buchholz finden.
WOCHENBLATT: Herr Schnitter, vielen Dank für das Gespräch.

Auf der Mitgliederversammlung am Mittwoch, 25. März, ab 19 Uhr im Hotel "Zur Eiche" (Steinbecker Str. 111) soll Schnitters Nachfolger gewählt werden.