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Achtung, Betrüger: Die Wunderheilung "Taubstummer"

Angebliche Taubstumme wollen an Ihr Geld - Vorsicht, es sind Betrüger!
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tk). Sie sind freundlich, adrett angezogen und sammeln angeblich Spenden: Taubstumme, die mit Klemmbrett und Kuli in den Fußgängerzonen zwischen Winsen und Stade unterwegs sind. Doch sobald Passanten sie abwimmeln, mit einem Anruf bei der Polizei drohen, können die Taubstummen plötzlich reden. Diese Wunderheilung haben viele WOCHENBLATT-Leser schon in der spendenfreudigen Zeit vor Weihnachten erlebt. Sie fühlen sich von den dreisten Betrügern bedrängt.

"Mit reicht es", sagt eine Frau aus Buxtehude, die am Freitag auf der Bahnhofstraße belästigt wurde. "Der Typ wurde sogar böse, als ich nichts geben wollte." Sie beschwerte sich bei der Polizei.

Die Hansestadt Bremen fährt einen relativ harten Kurs bei diesen Betrügern. Holger Jureczko, Sprecher der Bundespolizei: "Wenn uns einer dieser Spendenbetrüger gemeldet wird, sammeln wir den falschen Taubstummen ein." Nach Auskunft des Ermittlers seien es vor allem osteuropäische Großfamilien, die in ganz Norddeutschland unterwegs sind. Neben der "Taubstummen-Masche" wird auch gern der "Rosen-Trick" benutzt. Erst eine Blume als Geschenk, dann eine traurige Geschichte, die das Portemonnaie öffnen soll.

Der Polizist rät zu äußerster Wachsamkeit: Mitunter greifen die Betrüger auch unbemerkt in die Geldbörse, wenn die Spender gerade unterschreiben. Für die Spenden-Unterschrift, so der Ermittler weiter, reichen die Ganoven einen Kuli, dessen Schrift wegradiert werden kann. Wenn die Betrüger vorläufig festgenommen werden, haben sie vorher die meisten Namen und Spendensummen wegradiert. Aus ergaunerten 50 werden so nur 15 Euro.

Stades Polizeisprecher Rainer Bohmbach: "Wenn wir von solchen Vorfällen erfahren, überprüfen wir die Personalien." Das Problem: Die einzelne Betrugstat ist nur schwer nachzuweisen. Tipp von Bohmbach und Jureczko: "Es gibt Tausende seriöser Organisationen. Spenden Sie denen Ihr Geld!"