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Blitzermarathon: Mit Tempo 124 in die Fotofalle

Der Messbeamte Uwe Dowidat schaute auf der L123 in Kutenholz genau hin
(bc). 24-Stunden-Einsatz gegen Raser: Polizei und Landkreis machten von Donnerstagmorgen um 6 Uhr bis Freitag um 6 Uhr an 35 verschiedenen Stellen im Landkreis Jagd auf Temposünder. Dabei waren sieben Messgeräte im Einsatz - vier Handlaser der Polizei und drei Blitzwagen des Landkreises. 44 Beamte waren über den Tag verteilt an der Kontrolle beteiligt. Das WOCHENBLATT schaute beim Messbeamten Uwe Dowidat auf der L123 in Kutenholz vorbei.

Dowidat hatte sein Blitzgerät drei Stunden lang von 9 bis 12 Uhr vor dem Kutenholzer Kindergarten aufgebaut. Bis 11.20 Uhr tappten vier von 200 Autofahrern in die Fotofalle. Der Schnellste war mit 74 km/h unterwegs und muss jetzt mit einem Verwarngeld in Höhe von 80 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. 200 Meter weiter wartete die Polizei auf den Verkehrssünder. "Es ist immer besser, einen geblitzten Fahrer an Ort und Stelle auf sein Fehlverhalten hinzuweisen", erklärt Polizeisprecher Holger Heins. Die L123 gelte als Unfallschwerpunkt.

Richtig in die Vollen griff ein Raser in Horneburg. In den frühen Morgenstunden am Donnerstag ging Uwe Dowidat ein Mann ins Netz, der mit 124 Sachen auf der B73 in der Tempo 70-Zone geblitzt wurde. Er darf sich auf ein saftiges Bußgeld von 260 Euro, vier Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot einstellen.

Insgesamt 3.793 Fahrzeuge passierten die Messstellen. Schon zu Beginn der Aktion merkten die Beamten, dass die Aktion bei den meisten Verkehrsteilnehmern bekannt war. Selten wurde den ganzen Tag über so langsam gefahren wie am Donnerstag. Heins: "Somit kann schon deshalb von einem Erfolg des Blitzmarathons gesprochen werden."

Lediglich 53 Fahrzeugführer waren zu schnell unterwegs, 30 kamen mit einem Verwarngeld davon, 23 Mal lag die Geschwindigkeitsüberschreitung über 20 km/h. Hier werden Bußgelder und Punkte in der "Verkehrssünder-Datei" fällig. Ein Pkw-Fahrer musste gleich an Ort und Stelle seinen Führerschein abgeben. Die Polizisten stoppten seinen Wagen mittags um 12 Uhr in Ahlerstedt-Bokel, weil er mit 102 statt der erlaubten 60 km/h unterwegs war. Beim Öffnen der Autotür schlug den Beamten extremer Alkoholgeruch entgegen. Der Fahrer durfte ins Röhrchen pusten, das Messgerät zeigte einen Wert von drei Promille an.

• Die Aktion fand im Rahmen des bundesweiten 24-Stunden-Blitzmarathons statt. Alleine in Niedersachsen waren Polizei und Kommunen an 459 Stellen im Einsatz. Die Messorte lagen hauptsächlich an den Landstraße außerhalb von Städten und Ortschaften. Grund: Hier passieren laut Polizeiangaben 70 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Todesopfern.