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Buxtehuder Schulhof-Vergewaltiger: Wie die Polizei auf seine Spur kam

Kriminalkommissarin Astrid Reinke und ihr Kollege Kriminalhauptkommissar Carsten Witt: "Die Ergreifung des Täters war wie ein Puzzlespiel."

tk. Buxtehude/Stade. "Natürlich hatten wir Angst vor einer dritten Tat", sagt Kriminalkommissarin Astrid Reinke. Sie hat die Sonderermittlungsgruppe der Polizei geleitet, die den mutmaßlichen Buxtehuder Schulhof-Vergewaltiger gefasst hat. "Wir waren sicher, dass wir ihn kriegen", fügt sie hinzu. Mehr als vier Wochen akribische Ermittlungsarbeit liegen hinter der Polizei. "Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen als wir wussten, der ist es", sagt Reinke.

Rund 300 Spuren und Hinweisen sind die Ermittler nachgegangen. "Der Druck war groß", sagt Kriminalhauptkommissar Carsten Witt. Eine nächste Tat musste verhindert werden und die verunsicherte Öffentlichkeit in Buxtehude wollte schnell die erlösende Nachricht hören, dass der Täter hinter Schloss und Riegel ist. Nicht jede Spur war gleich ein Volltreffer. Und mehr als einmal war die Sonderermittlungsgruppe sicher: Wir haben ihn. Mehrere Verdächtigen waren konkret im Visier der Ermittler - und waren es erwiesenermaßen nicht. "Frust blenden wir dann aus", sagt Witt. Einen solchen Fall könne man nur lösen, wenn man ihn sachlich und neutral betrachte. Und sich voll reinhängt. "Richtig Feierabend gibt es in solchen Situationen nicht", sagt Astrid Reinke.

"Der Tatverdächtige war nervös"


Details aus ihrer Ermittlungsarbeit verraten die beiden Polizeibeamten nicht. Bestimmte Abläufe und Ermittlungsroutinen sollen Straftäter nicht kennen. Grund: Sie würden sonst die Fallen meiden, die der Polizei mitunter helfen. "Wir haben die Dinge wie bei einem Puzzlespiel zusammengelegt", sagt Witt. "Dafür ist Erfahrung wichtig", ergänzt Astrid Reinke und fügt hinzu: "Teamarbeit ist ein Muss." Jede Gruppe hatte eigene Aufgaben übernommen und jedes noch so kleine Detail wurde mit der gesamten Mannschaft anschließend durchgesprochen.

Die beiden Polizeibeamten loben die Buxtehuder für ihre Mitarbeit: "Die Bürger haben gut mitgemacht", sagt Reinke. Und dennoch war kein einziger konkreter Hinweis auf den Täter dabei. Und das, obwohl Kleidung und Handy sehr genau beschrieben wurden. Astrid Reinke erklärt das damit, dass das direkte soziale Umfeld des Mannes sich nicht habe vorstellen können, dass er der mutmaßliche Schulhof-Vergewaltiger ist.

Der junge Mann (22), der seit vergangenem Donnerstag in U-Haft sitzt, habe keine großen Regungen gezeigt, als die Polizei am Mittwoch vor einer Woche bei ihm vor der Tür stand. "Gesprochen hat er nicht, er war aber total nervös", sagt Astrid Reinke. Um den letzten Zweifel für die Ermittler auszuräumen, war es besonders wichtig, dass seine DNA mit den Spuren vom Tatort übereinstimmte. Das hat das Landeskriminalamt (LKA) bestätigt.
Der mutmaßliche Buxtehuder Schulhof-Vergewaltiger wurde verhaftet. Doch für die Sonderermittlungsgruppe ist die Arbeit noch nicht beendet: Jetzt heißt es Berichte schreiben und die Spuren auswerten, die noch vor der Ergreifung des mutmaßlichen Sextäters eingegangen sind.

"Es gibt Fälle, die einen noch lange beschäftigen und die im Gedächtnis bleiben", sagt Stades Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Der Fall des Buxtehuder Schulhof-Vergewaltigers wird dazu gehören.