Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Buxtehuder Schulhof-Vergewaltiger will reinen Tisch machen

tk. Buxtehude/Stade. "Diese beiden Taten stehen in ihrem Umfang in eklatantem Widerspruch zum bisherigen, unauffälligen Leben meines Mandanten", sagt Dr. Heiko Granzien. Der Strafverteidiger aus Hamburg vertritt den jungen Mann (22), der als mutmaßlicher Buxtehuder Schulhof-Vergewaltiger seit vier Wochen in U-Haft sitzt.

Der Beschuldigte hat jetzt über seine Anwälte, die Hamburger Strafverteidiger Dr. Heiko Granzin und Cornelius Diedrich angekündigt, dass er vollständig aussagen werde. Seinen beiden Opfern, eine Frau (20) und eine Schülerin (14), wolle er ein Zusammentreffen mit ihm vor dem Landgericht in Stade ersparen. Wiederholt der Mann vor Gericht sein Schuldeingeständnis, ist eine Zeugenaussage der beiden Opfer während der Verhandlung wahrscheinlich nicht erforderlich.

Dieses Geständnis ist für den Beschuldigten auch ein Weg, das Strafmaß nach unten zu drücken. Seine Aussage und offenkundige Reue könnten strafmildernd wirken. Auch ohne Geständnis sollen die Beweise gegen den Mann erdrückend sein. Lorenz Hünnemeyer, der die Schülerin vertritt, hält allerdings dagegen: "Nur ein einfaches Geständnis reicht mir nicht."

Der Anwalt des Beschuldigten kündigt zudem an, dass er eine psychiatrische Begutachtung beantragen wolle. Granzin geht aber nicht davon aus, dass der 22-Jährige aufgrund teilweiser oder vollständiger Schuldunfähigkeit statt im Gefängnis in der Psychiatrie landen werde.

Sabine Hippert-Otromke vertritt das 20-jährige Opfer. Sie geht von einer Haftstrafe von mehr als fünf Jahren aus. Zwar sei der Beschuldigte noch nicht einschlägig aufgefallen, doch die zweite Vergewaltigung werde als Wiederholungstat schwer zu Buche schlagen.
Strafverteidiger Heiko Granzin kündigt an, dass die relevanten Umstände der beiden Taten aufgeklärt werden sollen und mit der Nebenklage eine Regelung zu finden sei, die den Rechtsfrieden wieder herstelle. Es könnte auf eine Verständigung der Prozessparteien hinauslaufen. Als realistisch bei einem sogenannten Deal erscheint eine Haftstrafe von sechs Jahren, vermuten Juristen. Wobei das die absolut untere Grenze sei.
Was bis zur Verhandlung eine offene Frage bleibt: Wieso wurde der 22-Jährige zum mutmaßlichen Sextäter? Nach bislang unbestätigten Angaben könnten Drogen im Spiel gewesen sein.

Das wird dem Mann vorgeworfen: Am 2. Februar soll er eine Schülerin (14) an der Sporthalle der Stieglitzschule vergewaltigt haben. Drei Wochen später soll eine Frau (20) auf dem Gelände der Grundschule Altklostersein Opfer geworden sein.