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Container-Riese "Indian Ocean" ist wieder frei!

(Foto: Walter Rademacher)
  +++Update 4, Dienstag+++ Die Bergung ist geglückt: Insgesamt zwölf Schlepper waren in der Nacht zu Dienstag nötig, um den havarierten 400 Meter langen Container-Riesen "Indian Ocean" zurück ins Fahrwasser zu drücken und zerren. Der dritte Schleppversuch seit vergangenen Mittwoch, als der Mega-Pott vor Grünendeich auf Grund gelaufen war, glückte schließlich gegen 2.20 Uhr. Mehr lesen Sie am Mittwoch in Ihrem WOCHENBLATT.


+++Update, Montag, 18 Uhr+++Die Einsatzkräfte haben die vorbereitenden Arbeiten für den dritten Schleppversuch der havarierten "Indian Ocean" weitgehend abgeschlossen. Das bei Grünendeich in der Elbe auf Grund gelaufene Containerschiff wurde um insgesamt 6.506 Tonnen geleichtert. Rund 65.000 Kubikmeter Schlick wurden am Heck und Bugbereich abgetragen. Zwölf Schlepper mit einem Gesamtpfahlzug von 1.085 Tonnen werden gegen Mitternacht am Schiff festmachen. Der Schleppversuch wird laut Havariekommando voraussichtlich gegen 2 Uhr beginnen und kann mehrere Stunden dauern. Der betroffene Elbabschnitt ist von 2 bis 6 Uhr für den Schiffsverkehr gesperrt.+++Update+++

+++Update, Samstag, 18 Uhr+++ Um den geplanten Schleppversuch am Dienstag gegen 4 Uhr morgens zu begünstigen, haben am Samstagnachmittag die Baggerarbeiten am Boden der auf Grund gelaufenen "Indian Ocean" begonnen. So soll der Schlick um das Schiff weggespült werden. Außerdem hat ein Peilschiff die Lage des Container-Riesen auf dem Flussbett erneut aufgezeichnet. Ein Ölüberwachungsflugzeug hat darüber hinaus das Einsatzgebiet über Lühesand erneut überflogen, stellte aber keinen Schadstoffaustritt fest. Seit dem Vormittag befindet sich kein Schweröl mehr an Bord der "Indian Ocean". Rund 2.000 Tonnen Schweröl hat das Bunkerschiff "Dresden 2" abgepumpt. Die Vorbereitungen für das Abpumpen weiterer Betriebsstoffe laufen. Parallel wird das Ballastwasser aus den Tanks entfernt.+++Update+++

+++Update, Freitag, 22.45 Uhr+++Die Abpumparbeiten auf der havarierten "Indian Ocean" dauern an. Noch befinden sich nach Angaben des Havariekommandos 800 Tonnen Schweröl und 570 Tonnen Gasöl an Bord des Containerschiffes. Ziel des Bergungsteams ist es, das Schiff bis auf die nötigsten Betriebsstoffe zu leichtern. Am Dienstagmorgen soll dann mit der erwarteten Springtide der nächste Schleppversuch starten.+++Update+++


(bc). Wenn nicht noch ein kleines Wunder geschieht, dürfte sich am Wochenende ein Ausflug ins Alte Land an den Elbdeich umso mehr lohnen. Einer der größten Containerfrachter der Welt, die fast 400 Meter lange und 60 Meter breite „CSCL Indian Ocean“, steckt seit Mittwochabend auf Höhe Grünendeich unweit des Lühe-Anlegers im Schlamm der Elbe fest. Zwei Versuche des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hamburg (WSA), das Schiff in der Nacht und am Donnerstagmittag frei zu schleppen, schlugen fehl. Sieben Schlepper, wahre PS-Protze, zerrten vor den Augen Tausender Schaulustiger vergebens an dem Mega-Pott, der von Land aus gut zu sehen ist.

Vermutlich führte ein Ausfall der Rudermaschine zur Manövrierunfähigkeit. Die Elblotsen an Bord berieten den Kapitän, das Schiff an den Nordrand der Fahrrinne zu steuern, um einen Aufprall auf das steinige südliche Elbufer zu verhindern.

Laut Schiffsmeldedienst hatte das nicht voll beladene Schiff am Mittwoch einen Tiefgang von 11,60 Meter, hätte Hamburg also tideunabhängig anlaufen können. Eine Gefahr des Sinkens oder für die Umwelt durch auslaufendes Öl soll laut WSA nicht bestehen. Der übrige Schiffsverkehr auf der Elbe schlängelt sich an dem Havaristen vorbei.

Für die Elbvertiefungsgegner ist der Vorfall Wasser auf ihre Mühlen. Aktivist Walter Rademacher schaute sich das Spektakel in Grünendeich an: „Durch eine Elbvertiefung wird sich das Havarierisiko weiter erhöhen.“ Die schmale Elbe sei ungeeignet für solche Schiffsgrößen. Glücklicherweise habe sich das Schiff nicht quergestellt.

Am Freitagmorgen arbeiteten das Havariekommando Cuxhaven, das seit Donnerstagnachmittag die Verantwortung hat, und die chinesische Reederei CSCL noch an einem Bergungskonzept. Ein Peilschiff hatte bereits die exakte Lage des Schiffes aufgezeichnet. Die Daten werden nun ausgewertet. Auch ein Spülbagger wurde angefordert.

Am Donnerstagabend hatte ein Bunkerschiff damit begonnen, Teile des Treibstoffes (2.000 Tonnen Schweröl und 700 Tonnen Gasöl) abzupumpen, um den Frachter leichter zu machen. Am Freitagmorgen konnte das Havariekommando noch nicht sagen, wann ein nächster Bergungsversuch unternommen wird. Experten gehen aber davon aus, dass das Schiff nicht vor Dienstag freikommen könnte. Erst dann soll das Hochwasser hoch genug sein.