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Er schart wieder Jugendliche um sich: Wer stoppt "Ausbilder" Andreas B.?

In einer Kiesgrube kam es am Sonntagabend zu dem Unglück, an dem Andreas B. beteiligt gewesen sein soll. (Foto: mi)
Nach drei Jahren Haft schart der selbsternannte Hundetrainer wieder Jugendliche um sich

tk. Buxtehude. Etwas mehr als drei Jahre lang war Ruhe. Andreas B. (48) saß im Gefängnis. Seit November ist er wieder draußen und macht offenabr dort weiter, wo er aufgehört hat: Er schart Jugendliche um sich, um gemeinsam mit ihnen einen Leichenspürhund auszubilden. Am vergangenen Sonntag führte das zu einem Feuerwehreinsatz in einer Kiesgrube bei Buxtehude. Ein Jugendlicher war im Schlamm versunken und musste mühsam befreit werden

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Viele WOCHENBLATT-Leser werden sich erinnern: Mit der Leichenspürhund-Masche hatte der Mann, damals wohnte er in Buxtehude, Jugendliche aus den Landkreisen Harburg und Stade um sich geschart. Mit dubiosen Übungen rund um Buxtehude, Neu Wulmstorf und Königsmoor, beschäftigte er sie.

Ins Licht der Öffentlichkeit brachte ein Buxtehuder Vater das merkwürdige Treiben: Als angeblicher DRK-Mitarbeiter hatte B. dessen Sohn zu Übungen in den Neukloster Forst gelockt. Das DRK, bei dem Andreas B. damals Sozialstunden ableistete, schmiss ihn sofort raus. B. war unter anderem wegen Betrügereien vorbestraft, hatte das WOCHENBLATT mit Bezug auf die Ermittlungsbehörden damals berichtet. Andreas B. drohte nach dem ersten Artikel über ihn mit einer Klage.Die niemals kam.

Im Sommer 2012 überzog er das Maß endgültig: B. hatte sich illegal ein Sturmgewehr in Tschechien besorgt und mit Jugendlichen in der Fischbeker Heide Schießübungen veranstaltet. Die Quittung vom Landgericht Hamburg: Drei Jahre Haft.
Nach WOCHENBLATT-Informationen ist Andreas B. im November aus dem Gefängnis entlassen worden. Der nächste Ärger mit den Ermittlungsbehörden steht jetzt vor der Tür: Nach dem Kiesgruben-Vorfall gibt es ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung, so Polizeisprecher Herbert Kreykenbohm.

Aus Kreisen der Feuerwehr war zu hören, dass es vor einigen Jahren schon einen Sandgruben-Unfall gegeben habe, an dem "Ausbilder" B. beteiligt war. Damals in Ovelgönne. Mutmaßung: Es handelte sich dabei um eine Mutprobe. Ähnliches zog B., der jetzt im Alten Land wohnt, auch am Rand der Schießübung in der Fischbeker Heide mit den Kindern durch. Die Jugendlichen, das kam beim Prozess heraus, mussten sich kopfüber in Bäume hängen.

Das WOCHENBLATT hat den Vater von B. erreicht. Der stellt sich schützend vor seinen Sohn. "Am Sonntag war das ein anderer", sagt er. Die Masche mit der Hunde-Ausbildung werde von einem Mann aus Buchholz kopiert. Andreas B. habe am Sonntagabend als Lkw-Fahrer gearbeitet. Ein Feuerwehrmann, mit dem das WOCHENBLATT gesprochen hat, sagt demgegenüber, dass er Andreas B. in der Kiesgrube erkannt habe. Der Retter kennt B. persönlich, weil der auch einmal Mitglied in der Feuerwehr war, dort aber rausflog.