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Fall von Tierquälerei: Kadaver in der Feldmark

Zweites Beweisfoto der "Initiaitive Haustierrechte": Das tote Fohlen war vermutlich eine Frühgeburt, sagen die Tierschützer (Foto: oh)

tk. Buxtehude/Neukloster. "Tierschutz ist ein kompliziertes Thema", sagt die Landkreis-Dezernentin Nicole Streitz. Sie ist unter anderem für das Veterinäramt im Landkreis Stade verantwortlich. Dort liegen mittlerweile vier Anzeigen gegen einen Tierhalter aus Buxtehude vor. Die "Initiative Haustierrechte" mit Sitz in Düdenbüttel (Kreis Stade) wirft dem Mann wiederholte Vernachlässigung von Pferden und Kleintieren wie Hühnern und Kaninchen vor.

Seit 2011 fiel der Tierhalter laut "Initiative Haustierrechte" immer wieder auf. Mehrfach schon habe die Gruppe Kadaver in seinen Ställen in der Feldmark bei Buxtehude gefunden. Die Ställe seien zudem in miserablem Zustand und verdreckt. Zuletzt wurden die Tierschützer am 5.März alarmiert. Sie fanden unter anderem ein totes Kaninchen im Stall. Anfang Januar war die "Initiative Haustierrechte" zwei Mal vor Ort: Die Herde von 22 Pferden sei nicht gut versorgt worden, so Tierschützerin Andreas Althaus. Es fehlte Wasser, der Boden sei nicht trittsicher gewesen und alles habe einen verwahrlosten Eindruck gemacht.
Sie kritisiert das Veterinäramt in Stade: Warum wurden dem Halter nicht schon 2011 alle Tiere weggenommen? , fragt Althaus. "Das Veterinäramt hätte regelmäßiger kontrollieren müssen." Die Tierschützerin: "Bei Gefahr im Verzug muss sofort gehandelt werden." Das sei mehrfach der Fall gewesen. Andrea Althaus: "Die gesamte Haltung entspricht in keinster Weise den gesetzlichen Vorschriften zum Tierwohl."
Der Tierhalter sieht die Sache anders: Das tote Kaninchen habe er wgen Frost nicht beerdigen können. Wie es auf seinem Gelände aussehe, sei allein seine Sache. Das Fohlen sei verendet, weil es durch den Einsatz der Tierschützer Anfang Januar escheckt worden sei. Der Mann will i die Tierschützer anzeigen.
• Landkreis-Dezernentin Nicole Streitz erklärt: Das Veterinäramt habe 2011 kein Tierhaltungsverbot aussprechen können. Diese Verfügung hätte bei einer Klage vor dem Verwaltungsgericht keinen Bestand gehabt. Sie wäre juristisch betrachtet unverhältnismäßig gewesen. Nicole Streitz räumt ein: "Die kleinen Schritte sind manchmal unbefriedigend."
Die aktuellen Fälle haben jetzt aber Folgen: Statt 22 dürfen nur noch acht Pferde auf den Weiden in der Feldmark gehalten werden. Außerdem sei die Verwaltung dabei, ein Tierhalteverbot für Kleintiere zu erlassen. Ehe diese Verfügung greife, vergehen mit Anhörungsfristen aber einige Wochen.
Streitz bedient sich der Sportlerjargons als sie abschließend kommentiert: "Die Tierschützer sprinten, während wir einen Marathonlauf absolvieren."