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Feuerwehr erfolgreich auf Ganovenjagd

Verbrecherjagd statt Brandeinsatz - auch das meistert die Feuerwehr, wenn es sein muss (Foto: Fotos archiv/Fotomontage: MSR)

tk. Neukloster. Sie sind gut ausgebildet, immer einsatzbereit und retten Leben: Dass sie auf Ganovenjagd gehen, gehört eigentlich nicht zu den Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren. In Neukloster war das am vergangenen Samstag anders: Der stellvertretende Ortsbrandmeister Jens Dammann und Kameraden setzten einen Einbrecher fest. "In einer solchen Situation handelt man und denkt nicht groß nach", sagt Dammann.

Morgens um zehn kam der stellvertretende Feuerwehrchef zu Öttings Gasthof. Er wollte die Tombola-Gewinne für den Feuerwehr-Festball am Abend in aller Ruhe aufbauen. Doch stattdessen war auf einmal Action angesagt. "Ich hörte den Wirt schreien", erinnert sich der Feuerwehrmann. Kurz danach rannte ein Unbekannter an ihm vorbei. Dammann lief zum Wirt, um nachzusehen, was geschehen war. Dammann: "Der Gastwirt hatte einen von zwei Einbrechern geschnappt. Er hielt ihn an einer Hand, der Ganove versuchte, sich zu befreien - da packte ich die andere Hand." Der Einbrecher hatte Pech: Der Weg in die Freiheit durch ein Fenster war versperrt. Er saß fest.

Ein nachfolgender Feuerwehrkamerad alarmierte die Polizei. Die nahm beide Männer, auch den, der stiften ging, kurze Zeit später in Gewahrsam.
Als Beute hatten die Eindringlinge Flüssiges im Visier: Eine Kiste mit Schnaps war zum Abtransport gepackt. Die unfreiwilligen Ganovenjäger der Freiwilligen Feuerwehr hatten außerdem den Eindruck: "Die hatten schon ganz schön getankt."

Bei den mutmaßlichen Einbrechern (22 und 23) handelt es sich um Männer algerischer und tunesischer Herkunft, die in Hollern-Twielenfleth und Sachsen wohnen. Nach ihrer Vernehmung bei der Polizei in Buxtehude wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt.
"Der Festball abends war trotzdem prima", sagt der stellvertretende Feuerwehrchef. Und es gab ein Topthema: die Ganovenjagd.