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Hilfsbereitschaft einer Seniorin dreist ausgenutzt

Nachdem sie ein Glas Wasser gereicht hatte, wurde eine Seniorin (81) das Opfer einer Trickbetrügerin (Foto: tk)

tk. Buxtehude. "Ich möchte eindringlich vor dieser dreisten Diebin warnen", sagt WOCHENBLATT-Leser Gerd Schipulowski. Seiner Mutter (82) aus Buxtehude wurde am vergangenen Mittwoch Opfer einer Trickbetrügerin, die vorgab, dass sie Hilfe benötige. "Ich bin echt stinkig, dass die Hilfsbereitschaft älterer Menschen so schamlos ausgenutzt wird."

Gerd Schipulowski hatte die Frau noch auf der gegenüberliegenden Straßenseite gesehen, als er von seiner Mutter mit dem Auto wegfuhr. Kaum war der Sohn abgefahren, sprach die Täterin die Seniorin an, die vor dem Haus auf einer Bank saß. Es gehe ihr nicht gut und sie habe Durst, gab die Kriminelle vor. Schipulowskis Mutter ging in die Küche, um ein Glas Wasser zu holen. Die Frau folgte der Seniorin ins Haus. Nachdem die Unbekannte verschwunden war, fehlten 110 Euro aus der Geldbörse.

Die Polizei sucht eine kräftige, blonde Frau, die 40 bis 50 Jahre alt ist und offenbar aus Osteuropa kommt. Sie gab vor, Aserbaidschanerin zu sein.
"Das ist bestimmt kein Einzelfall", vermutet Gerd Schipulowski. Er werde in Zukunft viel stärker darauf achten, ob er Personen sieht, die offenbar dort, wo sie sich aufhalten, nicht hingehören.

Am Tag nach der Tat hat seine Mutter Anzeige bei der Polizei erstattet. Was die Familie der Seniorin nicht verstehen kann: Das Glas, aus dem die Betrügerin getrunken hatte, wollte die Polizei nicht behalten, um die Fingerabdrücke abzunehmen. Das dauere lange und werde nur in Hannover gemacht, habe die Polizei erklärt. Das wundert den WOCHENBLATT-Leser, denn schließlich müsse doch alles getan werden, damit eine solche Betrügerin dingfest gemacht werden könne.

Polizeisprecher Rainer Bohmbach erklärt dazu, dass ein Glas mit Fingerabdrücken in einem solchen Fall durchaus untersucht werde. Allerdings müsse der Beamte, der die Anzeige aufnehme entscheiden, ob das in diesem konkreten Fall sinnvoll sei. Wenn zum Beispiel zu viele Menschen ein solches Glas in den Fingern gehabt haben, werde eher von der Untersuchung abgesehen. Sein Tipp: "Einen Gegenstand möglichst nicht anfassen und sofort in eine Plastiktüte stecken."