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Irre Raser: Was bringen die Polizeikontrollen im Landkreis Stade?

Neben fest installierten Kontrollen ist die Polizei fast jedes Wochenende unterwegs, um Raser aus dem Verkehr zu ziehen (Foto: Rike/pixelio)

tk. Landkreis Stade. Ein junger Mann (20) aus Kutenholz steht wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Stade. Er fuhr das Auto, das im November 2012 in Fredenbeck von der Straße abkam. Drei junge Menschen verloren bei dem Unfall ihr Leben. Nach Ermittlungen der Polizei soll der Unglücksfahrer viel zu schnell gefahren sein. Solche tragischen Unglücke sind der Grund dafür, dass die Polizei fast jedes Wochenende landkreisweit die Geschwindigkeit von Autofahrern kontrolliert und nach Alkohol- und Drogensündern sucht.

Mit 140 Stundenkilometern durch die Tempo-70-Zone, mit 80 und mehr km/h durch die Stadt – fast immer erwischt die Polizei bei ihren Kontrollen Raser. "Wir wollen die erwischen, die deutlich zu schnell fahren", sagt Stades Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Im Visier der Beamten sind nicht die Autofahrer, die mit zehn km/h zu viel unterwegs sind. "Überhöhte Geschwindigkeit ist und bleibt die Hauptursache von schweren Unfällen", sagt der Polizeisprecher.
Der Einsatz lohnt sich: Im ersten Quartal des Jahren hat die Polizei im Landkreis Stade bereits 46 Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Rund 370 Raser wurden dabei ertappt.
"Manche zeigen aufrichtige Reue und werden nachdenklich", so Bohmbach. Vor allem dann, wenn es kein Verwarngeld, sondern ein saftiges Bußgeld, Fahrverbot und Punkte auf dem Sünderkonto in Flensburg gibt. Und das geht schnell: Wer mehr als 30 km/h innerorts zu schnell fährt oder außerhalb geschlossener Ortschaften 40 km/h zu viel auf dem Tacho hat, ist bei einer Kontrolle dran. Rund 300 Euro Bußgeld und ein Monat Fahrverbot. "Das hinterlässt bei manchen Verkehrssündern nachhaltig Eindruck", sagt der Polizeisprecher. Bohmbach weiß aber auch: Es gibt Unbelehrbare. Hobbyrennfahrer die davon ausgehen, dass sie keinen Unfall verursachen, nie erwischt werden. Allen Rasern verspricht die Polizei: "Die Kontrollen gehen weiter." Die Wahrscheinlichkeit, als notorischer Temposünder irgendwann aus dem Verkehr gezogen zu werden, nimmt zu.
• Es besteht grundsätzlich Handlungsbedarf: Die Zahl der Unfalltoten steigt landesweit. 2010 starben 479 Personen auf Niedersachsens Straßen. 2011 waren es schon 540 Verkehrstote. Daher wurde die Verkehrssicherheitsinitiative 2020 (VSI 2020) gestartet. Mit Aufklärung, Projekten und Prävention sollen Raser ausgebremst werden „Verkehrsunfälle passieren nicht, sie werden verursacht“, bringt es die Pressestelle der Polizei Niedersachsen auf den Punkt.