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Kriminalitätsstatistik: Landkreis Stade immer sicherer

Schock für Eigentümer und Mieter: Wenn Einbrecher ins Schlafzimmer eingedrungen sind und Chaos angerichtet haben (Foto: www.nicht-bei-mir.de)
bc. Stade. Laut der neuen Kriminalstatistik der Polizei wird der Landkreis Stade immer sicherer. Die Anzahl der verübten Straftaten ist im vergangenen Jahr um knapp 7,5 Prozent gesunken. Insgesamt waren es 10.941 angezeigte Taten, 884 weniger als 2015. „Das ist die viertniedrigste Zahl seit 2001“, sagt Torsten Oestmann, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Stade. Die Aufklärungsquote befände sich auf einem hohen Niveau von mehr als 60 Prozent.
Oestmann: „Der Landkreis Stade liegt im Vergleich mit anderen Landkreisen und mit dem Landesschnitt in einem sehr guten Bereich.“ Insbesondere bei den Diebstahlsdelikten (610 Taten weniger) und Wohnungseinbrüchen (172 weniger) sind die Zahlen deutlich zurückgegangen.
Eine Übersicht:
• Die Statistik für das Jahr 2016 verzeichnet neun Straftaten gegen das Leben, wie es im offiziellen Ermittlerjargon heißt. Darunter sind auch Taten, wie z.B. ein Messerangriff auf einen Busfahrer in Buxtehude, die nicht mit einem Todesfall geendet haben. Im Vorjahr waren es sieben Taten. Ein spektakulärer Kriminalfall ist dabei noch nicht berücksichtigt. Im Fall des überfallenen Ehepaars in Bützfleth, bei dem der 79-jährige Ehemann, ein bekannter Unternehmer, im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlag, laufen die Ermittlungen noch. Die PI Stade ermittelt mit einer 15-köpfigen Mordkommission.
• Bei den Rohheitsdelikten sind die Taten von 1.691 leicht auf 1.656 gesunken. Auffällig ist der Rückgang im Bereich der räuberischen Erpressung auf Straßen und Plätzen. Statt 16 registrierte die Polizei nur noch sechs Taten.
• Die Anzahl der Sexualdelikte liegt unverändert zum Vorjahr bei 117 Taten.
• Bei den Diebstählen trägt die Arbeit der Polizei die größten Früchte. Statt 4.951 in 2015 waren es im Landkreis Stade im vergangenem Jahr nur noch 4.341 Taten. Bemerkenswert: Mehr als 100 Fahrräder wurden weniger gestohlen - vor allem in Stade und Buxtehude an den Bahnhöfen. Auch Ladendiebstähle sowie Diebstähle aus Büroräumen und Wohnungen sind weniger geworden.
• Nachdem die Bürger im Landkreis in 2015 insgesamt 566 Wohnungseinbrüche anzeigten - eine Zahl, die im Vergleich zu 2014 mit 366 Fällen drastisch in die Höhe geschnellt war - sind die Einbrüche nun auf 394 Taten gesunken. Wobei sie im Nordkreis mit 145 Taten wesentlich stärker sanken als im südlichen Bereich (Buxtehude), wo es nur 27 Taten weniger waren in 2016. Oestmann: „Das hat mit der Nähe zu Hamburg zu tun.“ Es seien aber durchaus auch genauso viele örtliche Tätergruppen unterwegs. Bei 30 Prozent der Taten bleibt es beim Einbruchsversuch. In der Regel treten die Täter geräuschlos und schnell auf und meiden die Konfrontation mit dem Hauseigentümer, so Oestmann. Immer häufiger kämen die Täter tagsüber, wenn niemand zu Hause ist.
Die Aufklärungsquote betrug 2016 genau 21,32 Prozent. Das klingt wenig. Im Vorjahr lag sie bei knapp 30 Prozent. Oestmann: „Alles über 20 Prozent ist immer noch ein guter Wert.“
Die Fahndungserfolge der vergangenen Monate, als die Polizei nach Einbrüchen 20 Personen - zum Teil mehrfach - festnehmen konnte (das WOCHENBLATT berichtete), ist in dieser Statistik noch nicht berücksichtigt. Die Täter sitzen laut Polizei teilweise in Untersuchungshaft.
Die Polizei empfiehlt aufmerksam zu sein: „Lieber einmal zu viel die 110 wählen als zu wenig. Wir sind froh, wenn uns verdächtige Personen gemeldet werden.“ Der Notruf 110 sei in diesen Fällen niemals kostenpflichtig, so Oestmann.
• Die Anzahl der Strafanzeigen wegen Drogendelikten stieg um 57 auf 721 Taten, was laut Oestmann mit der intensiveren Ermittlung gegen zwei Banden zu tun hat.
• Seit Anfang November 2015 hat die Polizei die Möglichkeit, Straftaten durch und gegen Flüchtlinge zu erfassen. Dazu zählen auch Personen, die schon als Asylbewerber anerkannt oder deren Asylanträge negativ beschieden worden sind, die sich aber noch im Landkreis befinden. 2016 verzeichnete die Polizei 446 Tatverdächtige. Zum Vergleich: Insgesamt waren es im Landkreis Stade 4.776. Die Anzahl der Fälle mit Beteiligung von Flüchtlingen lag bei 661, insgesamt waren es 10.941. Meistens ging es dabei um Diebstahl (183). Oestmann: „Das ist alles völlig unspektakulär.“
Darüber hinaus fielen einige Flüchtlinge durch Körperverletzungen, Bedrohungen, Nötigungen und Beleidigungen auf. 76 Taten zählte die Polizei aus diesem Bereich. In 56 Fällen wurden Flüchtlinge Opfer von Straftaten. Zwölf Mal ging es um Körperverletzungen.