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Pleite, aber trotzdem "Harley" fahren?

bc. Harsefeld/Buxtehude. Angeblich keinen Cent auf der Naht und plötzlich mit einer dicken "Harley Davidson" durch die Gegend brausen: Wie kann sich Uwe R.* das auf einmal leisten? Diese Frage stellt sich Gerald F., dem R. noch eine Menge Geld schuldet.

Hintergrund: Der "Harley"-Fan aus Harsefeld hatte erst im Januar eine eidesstattliche Versicherung abgegeben - der erste Schritt zur Privatinsolvenz. Uwe R. muss sich jetzt vor dem Buxtehuder Amtsgericht verantworten. Der Vorwurf: falsche Versicherung an Eides Statt. Ein Straftatbestand, der mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet wird.

Die ganze Geschichte: Im Januar 2013 gab Uwe R. gegenüber dem Gerichtsvollzieher an, pleite zu sein. Er habe nur noch drei Euro im Portmonee, seine Kampfsportschule erwirtschafte monatlich ein Minus von 226 Euro. Dennoch verwirklichte er sich im April mit dem Motorrad einen Lebenstraum. Die Freude währte nicht lange. Im Sommer verunfallte Uwe R.. Der Verursacher, ein Autofahrer, flüchtete.

Die Maschine war Schrott. Uwe R. trat ans WOCHENBLATT heran, um über sein Schicksal doch mal öffentlichkeitswirksam zu berichten. Der Artikel rief wiederum Gerald F. auf den Plan, der einen Schuldentitel gegen R. besitzt. Die Staatsanwaltschaft will nun wissen: War R. zum Zeitpunkt der eidesstattlichen Versicherung wirklich zahlungsunfähig?

Uwe R. bestritt am Montag vor Gericht die Vorwürfe, wollte aber keine weiteren Ausführungen zum Erwerb der "Harley" machen. Der Richter sah sich gezwungen, die Verhandlung zu unterbrechen. Zunächst soll nun ermittelt werden, wem das gebrauchte Motorrad (Erstzulassung 2008) vor Uwe R. gehört hat. Außerdem sollen die Kontobewegungen von R. analysiert werden. Fortsetzung folgt am 29. November.

* Namen von der Redaktion geändert