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Schulhof-Vergewaltiger: Opferanwälte fordern Sicherungsverwahrung

tk. Stade. Dass Pascal D. (22) für mehrere Jahre ins Gefängnis geht, ist vor der Urteilsverkündung klar. Er hat zwei Vergewaltigungen gestanden und ist nach Gutachter-Meinung voll schuldfähig. Der Staatsanwalt fordert sieben Jahre Haft. Die Nebenklagevertreterinnen wollen den Mann mindestens zehn Jahre weggeschlossen wissen. Neben der Haftdauer spielt die mögliche Sicherungsverwahrung eine Rolle.

Wie gefährlich ist der Tischler aus Buxtehude, wenn er aus dem Knast kommt? Ein Gutachter geht davon aus, dass von Pascal D., bislang nicht vorbestraft und nicht als Sextäter aufgefallen, keine Gefahr mehr ausgehen werde. Daher verzichtete die Staatsanwaltschaft auch darauf, einen Antrag auf unbefristetes Wegschließen nach Haftende zu stellen. Kai Thomas Breas, Sprecher der Stader Staatsanwaltschaft sagt aber auch: "Wir sind nicht überzeugt, dass der Angeklagte tatsächlich ungefährlich ist."

Das sehen die beiden Nebenklagevertreterinnen genauso. Katrin Bartels und Sabine Hippert-Otromke fordern eine Haftstrafe nicht unter zehn Jahren und anschließend die Sicherungsverwahrung. Das heißt: Nach Haftende bliebe Pascal D. auf unbestimmte Zeit weggeschlossen. Erst wenn ihm mehrere Gutachter die Ungefährlichkeit attestieren. würde er freigelassen.

Wenn sich das Gericht in seinem Urteil nicht der Sicht der beiden Strafverteidigerinnen anschließt, beantragen sie "hilfsweise den Vorbehalt der Sicherungsverwahrung", so das Juristendeutsch. Das bedeutet, dass Pascal D. nach dem Ende seiner Gefängnisstrafe noch einmal begutachtet wird. Katrin Bartels: "Für den Vorbehalt reicht es, dass es eine Wahrscheinlichkeit gibt, dass ein Täter weiter gefährlich ist."

Pascal Ds. Verteidiger Dr. Heiko Granzin schließt sich der Forderung der Staatsanwaltschaft nach sieben Jahren Haft an. Diese Strafe und die Schwere der Tat würden zusammenpassen. Die Staatsanwaltschaft habe mit "Augenmaß" plädiert.

Das Urteil wird am kommenden Donnerstag gesprochen. Weil die Plädoyers nicht-öffentlich waren, könnte auch die Urteilsbegründung hinter geschlossenen Türen vorgetragen werden. Der Grund: Das eine Opfer war zur Tatzeit im Februar erst 14 Jahre alt.

Pascal D. hatte als "Buxtehuder Schulhofvergewaltiger" für Schlagzeilen und Angst bei jungen Frauen in Buxtehude gesorgt. Er hatte erst das Mädchen und zwei Wochen später eine junge Frau vergewaltigt. Beide Male auf einem Schulhof im Süden der Stadt.