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120-Tonnen-Koloss geht unter: Saugbagger sinkt in einer Kiesgrube auf Grund

Eine Ölpserre rund um den untergegangenen Bagger soll verhindern, dass Diesel ans Ufer gelangt
 
Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und DLRG suchen den untergegangenen 120-Tonnen-Koloss (Foto: DLRG/mi/tk)

tk. Buxtehude-Ovelgönne. Still ruht der Baggersee rund 200 Meter von der B73 in Buxtehude-Ovelgönne entfernt. Eigentlich sollte hier ein mehrere Tonnen schwerer Saugbagger Sand für den Vorbelastungsdamm der A26 fördern. Doch irgendwann am Wochenende ist der Koloss aus bislang ungeklärten Gründen auf den Grund des Sees gesunken. Die Folgen waren und sind weitreichend: Zum einen gab es am Sonntagnachmittag einen Großeinsatz für Feuerwehr und DLRG, zum anderen ist bislang unklar, welche Auswirkungen der Ausfall des Baggers auf den Weiterbau der A26 hat.



Spaziergänger hatten am Sonntag bemerkt, dass auf dem See etwas fehlt. Nämlich der 120 Tonnen schwere Bagger. Er war einfach weg. Weil dieser Mega-Trumm nicht gestohlen werden kann, wurde Großalarm ausgelöst: Mehrere Ortsfeuerwehren, der Umweltzug des Landkreises sowie die DLRG Stade, Buxtehude und Horneburg/Altes Land wurden in Marsch gesetzt.

Einsatztaucher von Feuerwehr und DLRG faden den gesunkenen Saugbagger schnell. Er hängt kopfüber in rund 20 Meter Tiefe. Große Sorge: Bis zu 15.000 Liter Diesel können sich im Tank des Baggers befinden. Es wurden daher sofort Ölsperren ausgebreitet und Bindemittel auf der Wasseroberfläche verteilt, wo bereits ein Ölfilm zu sehen war. Die Polizei schätzt den Schaden auf mindestens 500.000 Euro.

Wie es jetzt weitergeht, ist offen: Der Landkreis hat am Montagmorgen die Unglücksstelle in Augenschein genommen und die Baufirma Johann Bunte aus Papenburg informiert, dass das Grundwasser regelmäßig beprobt werden muss. Und zwar über Grundwasserbrunnen, die im Umfeld der Kiesgrube vorhanden sind. Es gehe dabei laut Kreissprecher Christian Schmidt nicht nur um eventuell austretendes Dieselöl, sondern auch andere Betriebsstoffe, die ins Wasser gelangen und es verunreinigen könnten.

Dass der Betriebsunfall Auswirkungen auf den Weiterbau der A26 haben wird, scheint klar zu sein. "Das verzögert sich", meint Ovelgönnes Ortsvorsteher Walter Marquard. Wie gravierend die Zwangspause sein wird, ist momentan noch nicht geklärt. Der Hintergrund: Von Ovelgönne aus führt eine vier Kilometer lange Pipline bis zum dritten A26-Abschnitt bei Rübke. Mittels Spülung wird der Sand für den Vorbelastungsdamm des A26-Teilstücks Buxtehude-Rübke, aber auch für den letzten Abschnitt des zweiten A-26-Teilstücks von der Estequerung bis zur Anschussstelle Buxtehude, zur Baustelle gespült.

Hans-Jürgen Haase, Leiter der Landesbehörde für Verkehr in Stade und für den A26-Bau verantwortlich, weist darauf hin, dass das Spülverfahren nicht zwingend in der Ausschreibung vorgeschrieben sei. So wurde zu Anfang der Bauphase für den Vorbelastungsdamm des dritten A26-Abschnitts der Sand mit Lastern angefahren. Ein zeitweises Ausweichen auf diesen Transportweg sei daher möglich.

"Ein Bergungskonzept wird Mitte bis Ende der Woche fertig sein", sagt Helmut Wollschläger, Technischer Leiter bei Bunte. Kontakt mit spezialisierten Bergungsunternehmen gebe es bereits. Noch am Montag haben Profitaucher im Auftrag von Bunte den Bagger untersucht. Parallel plant Bunte bereits den Transport eines firmeneigenen Ersatzgerätes nach Ovelgönne. Für einen solchen Schwertransport müssten aber erst die erforderlichen Genehmigungen eingeholt werden, so Wollschläger.

Er rechnet mit einer Verzögerung bei den Arbeiten am Vorbelastungsdamm von vier bis maximal sechs Wochen. Das habe aber auf die geplante Fertigstellung Mitte 2018 keinen Einfluss. "Das holen wir wieder auf", so Wollschläger. Wie hoch der Schaden für sein Unternehmen ausfalle, könne derzeit nicht gesagt werden. Ob der Bagger repariert werden kann, sei unklar.