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25 Jahre: Schaltstelle der Lebensretter

Ein Blick vom Turm der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Stade-Wiepenkathen. Vor 1991 befand sich die FTZ an der Sachsenstraße in Stade, wo heute die KVG sitzt (Foto: bc)
 
Werkstatt-Leiter Sven Ramm
bc. Stade-Wiepenkathen. Auf dieses Multifunktions-Zentrum ist der Landkreis Stade stolz: die Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) in Stade-Wiepenkathen. Hier läuft alles zusammen, was irgendwie mit Rettung zu tun hat. Aber die FTZ ist noch weit mehr. In diesen Tagen wird die Einrichtung 25 Jahre alt. Das WOCHENBLATT gibt einen Überblick, was in Wiepenkathen an der B74 alles koordiniert wird!
• Der Werkstattbereich: In der Werkstatt betreuen Leiter Sven Ramm, seine sechs Mitarbeiter und ein Auszubildender insgesamt 88 Ortswehren im Landkreis, zu denen 184 Fahrzeuge gehören, die in Wiepenkathen repariert und gewartet werden. „Wir kümmern uns aber nur um die Feuerwehr-, nicht um die Fahrzeug-Technik“, betont Ramm. Er und sein Team überprüfen sämtliche technischen Ausrüstungsgegenstände aller Wehren regelmäßig. Sowohl in der Funk- als auch in der Atemschutzwerkstatt ist das Arbeitspensum stetig gestiegen. Und: Nach Einsätzen müssen Wehren ihre Schläuche in Wiepenkathen abgeben, um sie reinigen zu lassen.
• Der Schulungsbereich: In Wiepenkathen findet die zentrale feuerwehrtechnische Ausbildung für den Landkreis statt: Sprechfunker, Atemschutzgeräteträger, Maschinisten erhalten hier ihre Fähigkeiten. Im Fall einer Katastrophe wird in der FTZ zudem der Schutzstab des Landkreises untergebracht. Die Räumlichkeiten werden auch von der Kreispolitik oder für örtliche Blutspende-Termine in Anspruch genommen.
• Die Fahrzeughalle: Die landkreis-eigenen Fahrzeuge sind in der FTZ untergebracht, darunter u.a. ein 500.000 Euro teurer Hightech-Einsatzleitwagen, der über die gleiche Ausstattung wie in der stationären Rettungsleitstelle verfügt und der erstmals am vergangenen Samstag bei der Großdemo in Stade während einer sogenannten Sonderlage im Einsatz war.
• Feuerwehr- und Rettungsleitstelle (FRL): In der FRL, dem Herzstück des FTZ, liefen im Jahr 2015 insgesamt 73.424 Einsätze auf, davon 49.392 Rettungsdienst- und 2.485 Feuerwehr-Einsätze. 14 Disponenten plus Leiter Wilfried Sprekels arbeiten in einem Zwei-Schichtbetrieb. Mindestens zwei Disponenten sind rund um die Uhr erreichbar, bei besonderen Lagen wie z.B. den schweren Unwettern vor zwei Jahren sind es mehr. Sie müssen ständig gleich mehrere Monitore und die digitale Funkanlage im Blick behalten. Geht ein Brandmelder in einer Schule, im Krankenhaus, in Altenheimen oder bei einem registrierten Unternehmen los, läuft hier der Alarm auf. Ca. 300 Objekte im Landkreis sind in der Brandmeldezentrale des FTZ aufgeschaltet.
• Rettungswache Stade: Hier ist der hauptamtliche Rettungsdienst untergebracht, der vom DRK betrieben wird und dessen Träger der Landkreis ist. Weil die Einsatzzahlen steigen, herrscht zunehmend Raumnot.
• Ehemaliges Hilfskrankenhaus: Im Keller der FTZ wurde seinerzeit ein sogenanntes Hilfskrankenhaus eingebaut, das vom Bund aber nie in Betrieb genommen wurde. Seit 2009 hat das Elbe Klinikum einige Räume angemietet, um hier Röntgen-Aufnahmen zu archivieren. Außerdem wird der Keller als Übungsraum für die Atemschutzgeräteträger-Ausbildung genutzt.
Der Landkreis ist auch deswegen stolz, ein eigenes FTZ zu besitzen, weil andere Regionen dies nicht mehr haben. Beispiel Oldenburger Zentrale, die insgesamt für sechs Landkreise zuständig ist. Detlef Wiggers vom Landkreis Stade: „Dadurch fehlt es an Ortskenntnis und die Zeit, bis die Retter vor Ort sind, dauert länger.“