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A26-Brücke schiebt sich über Este

Projektleiter Dennis Babig (Zwickauer Sonderstahlbau) vor dem riesigen, stählernen Haupttragwerk, das Stück für Stück über die Este geschoben wird (Foto: bc)
 
Auf die Tragwerke werden später Stahlbeton-Platten gelegt
(bc). Auch wenn der Spülbagger jüngst „abgesoffen“ ist (das WOCHENBLATT berichtete), schreiten die Arbeiten für die A26 erkennbar voran - sowohl beim Brückenschlag über die Este als auch im weiteren Verlauf von Buxtehude bis zur künftigen Anschlussstelle Rübke (Gemeinde Neu Wulmstorf).
Vor allem das Stahlgerüst für die Überquerung der Este hat bereits imponierende Form angenommen. Die spätere Stahlverbundbrücke wird im sogenannten Taktschiebeverfahren errichtet, bei dem abschnittsweise riesige stählerne Haupttragwerke im Schneckentempo Stück für Stück über den Fluss geschoben werden. Auf die Tragwerke werden später Platten aus Stahlbeton gelegt.
Die ersten knapp 60 Meter sind bereits „eingeschoben“ worden, danach wird sozusagen von hinten mit dem nächsten Tragwerk nachgeschoben. Am 25. Oktober soll das Stück für die nördliche Fahrbahn vom ersten auf den zweiten Pfeiler vorgerückt werden.
Ab April 2017 könnte nach Angaben von Hans-Jürgen Haase, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade, der erste Lkw über die Brücke rollen, um Sand vom Vorbelastungsdamm zwischen der Anschlussstelle Jork und Buxtehude auf die andere Flussseite zu transportieren, um dort den notwendigen Damm aufzuschütten. Geplant sind 500.000 Kubikmeter Sand, die per Laster über die neue Brücke gebracht werden müssen.
Insgesamt werden für den fünf Kilometer langen Damm zwischen Buxtehude und Rübke mehr als zwei Millionen Kubikmeter Sand benötigt. Der meiste kommt im Spülverfahren aus dem Baggersee bei Ovelgönne und wird dann auf der Baustelle verteilt. Rund sechs Meter wird der Damm hoch.
Vor allem entlang der K40 zwischen Buxtehude und Rübke sowie entlang der L235 kurz vor der Ortschaft Rübke lassen die Sandablagerungen bereits erkennen, wie künftig die Autobahn sowie die neue Kreisstraße und die Anschlussstellen-Rampen verlaufen werden. Die K40 wird ein kleines Stück westlich verlegt werden, wo sie das Rinnsal „Weidbeck“ mit einer Brücke überquert, die bereits seit vielen Monaten einsam in der Landschaft steht. Im weiteren Verlauf wird die K40 über die A26 geführt.
Einer der direkten Anwohner der Kreisstraße ist Milchbauer Uwe Hoyer, dessen Hof künftig direkt an der A26 liegen wird. Seine landwirtschaftlichen Flächen sind schon jetzt vom Autobahndamm zerschnitten. Das war nicht immer so geplant.
Erst als 2008 die geplante Trasse nach einer Klage von Naturschützern - Stichwort „Wachtelkönig“ - vom Moor aus näher an die Bebauung in Rübke heranrückte, waren Hoyers Liegenschaften direkt betroffen. Kleiner Trost: Zwischen A26 und seinem Hof wird eine Lärmschutzwand errichtet. Und: „Ich hoffe, dass irgendwann der Verkehr auf der K40 abnehmen wird“, sagt Uwe Hoyer.
Ob die Menschen, die an der L235 in Rübke auch irgendwann sagen können, der Verkehr auf ihrer Ortsdurchfahrt habe abgenommen, kann durchaus bezweifelt werden. Wird die Anschlussstelle Rübke planmäßig 2021 fertig, endet die Autobahn nämlich an der L235 in Rübke. Für viele Menschen ein Horrorszenario. Erst 2023 soll nach aktuellem Planungsstand die A26 an die A7 in Hamburg angeschlossen sein.
Aus diesem Grund gibt es laut Hans-Jürgen Haase eine rechtliche Festlegung im Planfeststellungsbeschluss, dass Autos und Lkw in Rübke von der A26 nur in Richtung B3neu nach Neu Wulmstorf abfahren dürfen, so lange die A26 nicht bis Hamburg weitergebaut ist. Ob sich Autofahrer dadurch wirklich abhalten lassen, durch Rübke zu fahren, bleibt aber abzuwarten.