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"A26 light" steht in der Kritik

Ist doch eine Überlegung wert: radeln- und skaten auf der Autobahn von Horneburg bis Jork, wenn die Trasse 2014 aufgemacht wird (Foto: Montage/MSR)
bc. Jork/Horneburg. Die "Autobahn light"-Lösung, nach der sechs Jahre lang kein Fahrzeug auf dem A26-Abschnitt Horneburg/Jork rollen soll, stößt beim Bund der Steuerzahler (BdSt) Niedersachsen und Bremen auf Kritik. In einem Brief an Hans-Jürgen Haase, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau, fordern die Steuergeldwächter eine Stellungnahme zur geplanten Teileröffnung der 2014 fertiggestellten Strecke. Es dränge sich die Frage auf, ob eine eingeschränkte Freigabe unter dem Gebot der sparsamen und wirtschaftlichen Mittelverwendung vertretbar sei. Letztlich stifte eine millionenschwere öffentliche Investition jahrelang keinen vollen Nutzen, so BdSt-Landeschef Bernhard Zentgraf.

Wie berichtet, plant die Landesbehörde nach Absprache mit dem Landkreis und der Stadt Buxtehude den fünf Kilometer langen Abschnitt von Horneburg bis zur Anschlussstelle Jork nur für Autos in Richtung Stade freizugeben. Lastkraftwagen soll die Auffahrt verboten werden.

In die andere Richtung ist in Horneburg Endstation. Alle Pkw und Lkw müssen wie derzeit an der Abfahrt Horneburg runter von der A26, wenn sie weiter nach Hamburg fahren wollen. Die Situation soll für einen Übergangszeitraum gelten - bis 2020 die A26 bis zur Anschlussstelle Neu Wulmstorf befahrbar ist. Andernfalls befürchten die Verkehrsexperten, dass die Belastung für die Orte Jork, Neukloster und Dammhausen zu groß wird, falls die Trasse vorläufig an der Kreisstraße 26 in Jork enden würde.

In Teilen der Bevölkerung stoße der Plan auf Kritik, so der Steuerzahlerbund, da eine wichtige Entlastungsstrecke für mehrere Jahre ungenutzt bleibe. Eine zusätzliche Verkehrsbelastung Neuklosters sei bei einer Freigabe der A26 in Jork keinesfalls zu befürchten. Nur wenige Anlieger wären aufgrund der Zubringerfunktion der K26 mit einem höheren Verkehrsaufkommen konfrontiert. Ein weitaus größerer Teil würde von einer Entlastung der vielbefahrenen B73 zwischen der K26 und Horneburg profitieren.

Bei einer vollständigen Öffnung des neuen Teilabschnitts wäre laut BdSt zudem Mittelnkirchen komplett vom Durchgangsverkehr befreit. Auch große Teil von Jork würden entlastet, vor allem mit der für 2015 geplanten Fertigstellung der Ortsumfahrung. Nur im Ostteil von Jork bliebe das Verkehrsaufkommen unverändert.
Lediglich für Dammhausen werde eine problematische Zunahme des Verkehrs befürchtet. In dem Fall müssten entsprechende Regelungen wie z.B. ein Lkw-Durchfahrverbot getroffen werden.

Angesichts der sich abzeichnenden "A26 light"-Lösung schlägt das WOCHENBLATT an dieser Stelle eine unkonventionelle Maßnahme vor: Wie wäre es, die Autobahn von Horneburg bis Jork für Radler und Skater freizugeben? Eine schnurgerade und gut ausgebaute Straße mit glatter Oberfläche: Besser geht es doch fast nicht.

Hans-Jürgen Haase sieht das anders: "Die Autobahn ist dafür nicht gewidmet." Zudem müssten entsprechende verkehrssichernde Maßnahmen getroffen werden. Andernfalls stehe die Landesbehörde in der Haftung. "Ein Radweg auf der Autobahn halte ich für nicht sinnvoll, auch wenn dort kein anderes Fahrzeug fährt."

Haase gesteht jedoch ein, dass es außerordentlich ungewöhnlich sei, eine fertige Autobahn sechs Jahre lang nicht zu nutzen: "In meiner beruflichen Karriere habe ich so etwas noch nicht erlebt."