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Absage von Victoria Aveyard: Die Star-Autorin kommt nicht zur "Bullen"-Feier nach Buxtehude

Victoria Aveyard wird ihren "Bullen" nicht abholen (Foto: Stephanie Girad)
 
Der "Bulle" genießt internationalen Ruhm -aber ncihtj genug, damit Starautorin Victorica Aveyard persönlich kommt, (Foto: tk/ Stephanie Gerad)

tk. Buxtehude. Die US-Erfolgsautorin Victoria Aveyard wird ihren "Bullen" nicht abholen. In einer Pressemitteilung teilt die Buxtehuder Stadtverwaltung mit, dass die Agentur der in Los Angeles lebenden Schriftstellerin übermittelte, dass Aveyard aus Zeitgründen den Jugendliteraturpreis nicht persönlich entgegennehmen wird. Der Grund: Sie arbeite an ihrem vierten Roman. "Die Enttäuschung ist groß", schreiben die "Bullen"-Organisatoren um Stadtbibliotheksleiterin Ulrike Mensching. "Wir hoffen noch", hieß es im Herbst vergangenen Jahres, und Mensching, die direkt nach der Jury-Entscheidung mit der Autorin telefonierte, beschrieb sie als "unkompliziert".



Gemeinsam mit dem Carlsen-Verlag, der Aveyards Erfolgsbücher (u.a. "Die Farben des Blutes: Die rote Königin") verlegt, will die Stadt jetzt eine Veranstaltung ohne die Schriftstellerin planen.

In der Pressemitteilung nehmen die städtischen "Bullen"-Manager vorweg, was sich als Diskussion aufdrängt: Muss der Jugendliteraturpreis "Buxtehuder Bulle" verändert werden? Dürfen nur noch Autoren aus Europa oder gar nur Deutschland nominiert werden? Nicht zu vergessen: Starautor John Green hat seine Auszeichnung für "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" auch nie abgeholt. Greene ist schon dort, wo Aveyard bald sein wird: in Hollywood. Greens "Bullen"-Buch war ein Blockbuster und die Traumfabrik hat sich auch die Rechte an der Fantasie-Trilogie von Aveyard gesichert. Dagegen ist Hansestadt Buxtehude unwichtig.

Die internationale Ebene mache aber viel vom Renommee des "Buxtehuder Bullen" aus, so hieß es in der Pressemitteilung und trage viel zur Bedeutung des "Bullen" bei, dessen Bekanntheitsgrad nicht nur über die Estestadt, sondern auch über Deutschland hinausgehe. Nein, US-Erfolgsautoren sollten nicht per Regelwerk von der Nominierung zum "Bullen" ausgeschlossen werden. Die Regeln sollten dennoch überarbeitet werden.

KOMMENTAR:



Wer nicht kommt, bekommt nichts
Es ist mehr als ärgerlich, dass Victoria Aveyard ihr Preisgeld von 5.000 Euro erhält, obwohl sie nicht persönlich kommt. Bei den Honoraren der Autorin dürfte diese Summe vermutlich auch nicht sonderlich ins Gewicht fallen. Hollywood zahlt für die Rechte an ihren Büchern sicherlich einen Betrag, der für Jahre ein auskömmliches Leben ermöglicht.

Das ist bei materiell weniger erfolgsverwöhnten Schriftstellern anders. Eine frühere "Bullen"-Gewinnerin hatte mir im Interview gesagt, dass sie sich auch über das Geld freue. Es trage dazu bei, dass sie ohne finanzielle Sorgen ihr nächstes Buch schreiben könne. Da ist jeder Cent Preisgeld sinnvoll angelegt.
Mein Vorschlag: Das Geld gibt es nur bei persönlichem Erscheinen. Wer nicht binnen eines Jahres sein Kommen zusichert, der bekommt keinen Cent. Schließlich verdient jeder Autor ohnehin durch den "Bullen". Der Aufkleber "Bullen-Siegertitel" ist Qualitätssiegel und Entscheidungshilfe beim Bücherkauf.
Künftig sollten die 5.000 Euro nach Ablauf der Jahresfrist direkt in den Etat der Stadtbibliothek fließen. Würde ein Buch durchschnittlich 25 Euro kosten, wären das 200 neue Titel. Das ist gut angelegtes Geld!

Tom Kreib