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Apensen versinkt im Gras: Spielplätze sind unbespielbar - die Eltern sind sauer

wd. Apensen. Eltern in Apensen sind auf Zinne: Nicht nur die Grünstreifen am Straßenrand, auch die Spielplätze versinken im Gras. Zwischen 60 und 70 Zentimeter sind die Halme mittlerweile hoch. Vom Schaukeltier auf dem Spielplatz am Morbihanweg ist nur noch der rote Kopf zu sehen. Spielen ist dort unmöglich. Ein Zeichen fehlenden Engagements der Eltern? "Ich habe im vergangenen Jahr bei der Gemeinde gefragt, ob wir Patenschaften für die Spielplätze übernehmen können. Wir wollten die Plätze instand halten und auch die Holzbänke und -tische streichen", sagt Silke Sylvester, Mutter von zwei Kindern ( 4 und 7). "Das ginge nicht, wurde mir geantwortet. Jetzt ist das Gras so hoch, dass wir nicht mit dem Rasenmäher nichts mehr ausrichten können."
Schlagen sich die Kleinen einen Weg durch das Dickicht, um zum Schaukeltier oder zur Rutsche zu gelangen, müssen die Eltern abends Zecken ziehen. "Meine Kinder hatten beide schon Zecken - und ich auch", so Silke Sylvester. Claudia Bösel, Mutter eines zweijährigen Sohnes und einer fünfjährigen Tochter, lässt ihre Kinder gar nicht mehr auf den Spielplatz. "Das geht nicht - wir leiden alle unter Heuschnupfen", sagt sie.
Während die Situation auf den Spielplätzen "nur" ärgerlich ist, ist sie an den Straßen gefährlich. Wo die Anwohner nicht selbst gemäht haben, stehen die Halme so hoch, dass die Kinder nicht mehr sehen können, ob die Fahrbahn frei ist. "Beim Übergang zum Lidl war ein Baum so bewachsen, dass die Kinder auf die Straße gehen mussten, um sie überblicken zu können", sagt Inga Dammann, Mutter von drei Kindern. "Da hat die Gemeinde dann aber doch reagiert. Kurz nachdem ich dort war, habe ich die Motorsäge gehört."
Der Vertrag mit dem Unternehmen, das für das Mähen zuständig war, ist Ende vergangenen Jahres ausgelaufen, erklärt Samtgemeind-Bürgermeister Peter Sommer. "Wir mussten zunächst die Ausschreibung wiederholen. Und als wir den Auftrag vergeben hatten, wurden in der Firma mehrere Mitarbeiter krank. Das hat die Arbeiten nochmals um mehrere Wochen verzögert."
Davon, dass Eltern im vergangenen Jahr nach einer Patenschaft für Spielplätze gefragt hatten, habe Peter Sommer nichts mitbekommen. "Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen", sagt der Samtgemeinde-Bürgermeister. Doch in der aktuellen Situation müssten ohnehin Profis das Mähen übernehmen. "Dafür braucht man spezielle Gerätschaften", so Peter Sommer.