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Ausbildungsmarkt: Positive Bilanz - mit Abstrichen

Präsentierten die Ausbildungsbilanz (v. li.): Heidi Kluth, Vizepräsidentin der Handwerkskammer, Eckhard Sudmeyer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Dagmar Froelich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stade, sowie Bodo Stange, Geschäftsführer der IHK Stade
(bc). Jugendliche hatten es im zurückliegenden Jahr leichter, einen Ausbildungsplatz zu finden als im Vorjahr. Im Bereich der Agentur für Arbeit Stade, zu dem die Landkreis Stade, Cuxhaven und Rotenburg gehören, wurden zwischen Oktober 2015 und September 2016 insgesamt 3.716 freie Lehrstellen gemeldet - das ist ein Plus von 9,1 Prozent. Die Zahl der Bewerber ist mit 3.937 Jugendlichen, die die Berufsberatung bei der Suche nach einer Ausbildung nutzten, in etwa gleich geblieben.
Agenturchefin Dagmar Froelich bewertet die vorgelegten Zahlen positiv -mit Abstrichen - wie sie jetzt auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade sowie der Industrie- und Handelskammer Stade berichtete. „Die Situation am Ausbildungsmarkt ist für die Bewerber günstiger als in den Vorjahren. Trotzdem zeigt sich, dass es schwieriger geworden ist, Bewerber und Ausbildungsstellen zusammen zu bringen“, so Froelich.
Die Folge: Einige Ausbildungsstellen bleiben unbesetzt, manche Jugendliche gehen bei der Suche leer aus. Froelich: „Wenn wir dem demographischen Wandel und dem steigenden Fachkräftebedarf entgegenwirken wollen, müssen sich Arbeitgeber noch stärker für Jugendliche mit Startschwierigkeiten öffnen.“
Zum Hintergrund: Die Verhältnisse auf dem Ausbildungsmarkt haben sich grundlegend geändert. In der Vergangenheit suchten Schulabgänger vorrangig nach einem Ausbildungsplatz, jetzt ringen Arbeitgeber um die besten Köpfe. „Betrachtet man die Zahl der Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz ergattern konnten, so müssen wir feststellen, dass die Wünsche der Betriebe und die Schulabschlüsse der Jugendlichen häufig nicht zusammenpassen“, so die Agenturleiterin.
Der Handwerkskammer bereitet vor allem der ungebrochene Trend zu höheren Schulabschlüssen Sorge. „Vielfach ist offenbar nicht bekannt, dass durch eine Ausbildung im dualen System ein höherer allgemeinbildender Schulabschluss und eine Hochschulzugangsberechtigung erworben werden kann“, vermutet Eckhard Sudmeyer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Die hohe Zahl der Studienabbrecher ist für ihn ein Zeichen dafür, dass eine duale Ausbildung für manchen Studenten der bessere Weg wäre: „Im Handwerk gibt es für Abiturienten Chancen, die sich mit denen eines Hochschulabsolventen vergleichen lassen.“