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Baumfällungen waren nicht genehmigt

Bußgeldverfahren für Unterhaltungsverband

bc. Stade-Hagen. Das wird vermutlich nicht ganz billig für den Unterhaltungsverband Schwinge. Die Baumfällungen im Naturschutzgebiet (NSG) Steinbecktal nahe der Stader Ortschaft Hagen waren vom Landkreis nicht genehmigt. Sie waren der Kreisverwaltung schlichtweg gar nicht bekannt. Das teilte Kreisbaurat Hans-Hermann Bode auf Antrag der Grünen-Fraktion am Mittwoch im Kreis-Umweltausschuss mit.
Laut Bode liegt ein Verstoß nach NSG-Verordnung in Verbindung mit Paragraf 23 des Bundesnaturschutzgesetzes vor, nachdem "alle Handlungen verboten sind, die zu einer Zerstörung oder Veränderung des Schutzgebietes oder zu einer nachhaltigen Störung führen können". Wie hoch das Bußgeld letztlich ausfällt, steht aber noch nicht fest. Das Anhörungsverfahren läuft.
Wie berichtet, hatte der Verband veranlasst, am Bachlauf der Steinbeck rund 50 Erlen zu
fällen. Mitten im Schutzgebiet. Verbandsvorsitzender Friedhelm Helk verteidigte im WOCHENBLATT die Maßnahme, da sein Verband für die Pflege der Steinbeck zuständig sei und Sedimente aus dem Bachbett holen müsse, damit ein dahinter liegender Teich nicht versandet. Wären die Bäume nicht gefällt worden, wäre gemäß Argumentation des Verbandes kein Durchkommen für den Bagger gewesen.
Nach Einschätzung der Landkreis-Verwaltung war die Rodungsaktion jedoch unverhältnismäßig und in dem Umfang unnötig. Zumal teilweise der Lebensraum des Eisvogels - seine sogenannten Ansitzwarten - zerstört worden seien. Bode: "Deswegen war die Maßnahme auch nicht genehmigungsfähig.
Die Naturschutzbehörde wird laut Bode nun anordnen, dass neue Bäume gepflanzt werden müssen. Ob an gleicher Stelle ist unklar. Dr. Uwe Andreas, Leiter des Naturschutzamtes des Landkreises, dazu: "Bitter ist nur, dass der Verband nun Tatsachen geschaffen hat, bevor der Managementplan im Schutzgebiet in Kraft treten konnte."