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Behörden-Posse in Jork: Einfach kompliziert!

Seit Jahren grün verspakt: die Geländer am Fleet in Jork.
bc. Jork. Wenn ein einst schneeweißer Zaun über die Zeit zu einem grün verspakten, metallischen Schandfleck verkommen ist, würde ein Privatmann zum nächsten Baumarkt fahren, ein paar Eimer Farbe kaufen und kurzerhand zum Pinsel greifen. Wenn Behörden involviert sind, scheint aus dem vermeintlichen einfachen ein kompliziertes Verfahren zu werden.
Ein Paradebeispiel dafür ist das schmuddelige Geländer am Fleet in Jork, das die abertausenden Touristen, die während der Blüte ins Alte Land strömen, seit Jahren in einer ausgedehnten Hässlichkeit begrüßt.
In schöner Regelmäßigkeit redeten sich Jorker Politiker während der jährlichen Haushaltsdebatten den Mund fusselig, dass dort endlich was geschehen müsse. Es passierte nichts. Wo in lokalpolitischen Gremien schon mal Beschlüsse über Millionen von Euro innerhalb kürzester Zeit getroffen werden, zieht sich hier ein Streit um ein paar hundert Euro zäh wie Kaugummi dahin.
Weil die Geländer an einer Kreisstraße stehen, verwies Jorks Bürgermeister Gerd Hubert gebetsmühlenartig auf die Zuständigkeit im Stader Kreishaus. Dort fand der Hilferuf aus dem Alten Land wenig Gehör - vorsichtig formuliert. Kurzum: Für Hübsch ist der Kreis nicht zuständig, nur für die Funktionalität. Und die war stets gegeben.
Nach all den vergeblichen Versuchen scheint jetzt der Durchbruch auf dem kurzen Dienstweg gelungen zu sein. Jorker Rathaus und Straßenmeisterei sollen sich auf eine Kostenteilung geeinigt haben: Der Kreis spendiere die Farbe, der Jorker Bauhof erledige die Arbeit.
Auf WOCHENBLATT-Nachfrage beim Landkreis, ob nun tatsächlich der gordische Knoten zerschlagen sei, herrschte zwar kurzfristig Verwirrung im zuständigen Umweltamt - doch dann erreichte die Redaktion der erlösende Anruf: „Ja, wir haben uns geeinigt.“
Ob nun der Bauhof Zeit hat, bis zum Blütenfest Anfang Mai die Geländer zu streichen, ist die nächste spannende Frage. Das WOCHENBLATT bleibt am Ball.