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Binnenelbe als Ausgleichsfläche: "Das können wir nicht hinnehmen"

Für die großen Containerpötte soll die Elbe vertieft werden (Foto: lt)
(bc). Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat am Mittwoch in einer Regierungserklärung klar gemacht, dass die Elbvertiefung definitiv komme werde. Das würde dann aber auch bedeuten, dass Hamburg und der Bund gemäß des jüngsten Urteils des Bundesverwaltungsgerichtes (das WOCHENBLATT berichtete) bei der Ausweisung von Ausgleichsflächen nochmals nachbessern müssen. Dazu braucht Hamburg nicht nur die Hilfe Schleswig-Holsteins, es muss auch eine Zusammenarbeit mit Niedersachsen geben. Ohne Maßnahmen auf der Südseite der Elbe wird es nicht gehen.
Nicht wenige befürchten daher, dass die bereits diskutierte Öffnung der Borsteler Binnenelbe für Hamburg eine ernsthafte Alternative wäre. Einer, der diese Vermutung äußert, ist der Jorker Ratsherr Harm-Paul Schorpp (Grüne). Er sagt: „Die Binnenelbe darf nicht als Ausgleichsfläche anerkannt werden, um eine weitere Elbvertiefung sicherzustellen. Das können wir nicht hinnehmen.“ Zumal die Jorker Ratsversammlung die Fahrrinnen-Anpassung grundsätzlich ablehne.
Scholz erwähnte in seiner Erklärung am Mittwoch, dass u.a. das Tideforum dazu beitragen werde, den Naturschutz an der Niederelbe weiterzuentwickeln. Zur Erklärung: Dieses Forum wurde im Dezember 2016 von Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und dem Bund aus der Taufe gehoben. Das Gremium soll die Umsetzung der Vorschläge aus dem 2015 abgeschlossenen „Dialogforum Tideelbe“ der Hamburger Hafenbehörde prüfen. Die Öffnung in Borstel ist Teil dieser Ideensammlung, die zum Ziel hat, die Sedimentmengen in der Elbe zu verringern, um weniger baggern zu müssen. Es soll zusätzlicher Flutraum geschaffen werden. Und genau deswegen empfiehlt Schorpp wachsam zu sein, was Hamburg plant. Möglich, dass in dem neuen Forum die Öffnung in Borstel als eine Aufwertung der Tide-Elbe schmackhaft gemacht werden soll, um tidebeeinflusste Flachwasserzonen zu schaffen - zum Schutz bestimmter Pflanzenarten - z.B. des bedrohten Schierlings-Wasserfenchels.
Jorks Bürgermeister Gerd Hubert bleibt entspannt: „Es macht keinen Sinn zu spekulieren.“ Die Öffnung der Binnenelbe sei in dem neu gegründeten Forum Ende 2016 bisher kein Thema gewesen. Zudem beschäftige sich das Forum mit dem Ziel der Reduzierung der Verschlickung, nicht unmittelbar mit der Elbvertiefung. Zum nächsten Treffen des Forums am 7. März will er einen Mitarbeiter aus dem Jorker Rathaus schicken. Denn Hubert sagt auch: „Wir müssen höllisch aufpassen und am Ball bleiben.“ Höllisch aufpassen was die Entwicklung an der Binnenelbe angeht, die dem Unterhaltungsverband Altes Land gehört und die schon seit Jahrzehnten unter Naturschutz steht. Hubert: „Wir lehnen eine Öffnung grundsätzlich ab. Für den Obstbau ist das salzarme Wasser der Binnenelbe für die Frostschutzberegnung überlebensnotwendig.“