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Briefe werden nicht pünktlich zugestellt: Schneckenpost im Kreis Stade

Der Briefkasten bleibt im Kreis Stade oft tagelang leer (Foto: tk)
Keine oder tagelang verzögerte Briefzustellung / Schwerpunkte bei den Problemen sind Harsefeld und Buxtehude

tk. Landkreis Stade. Verärgerte Postkunden aus Buchholz, die tagelang auf ihre Briefe warten, brachten die Probleme an die Öffentlichkeit. Je umfangreicher das WOCHENBLATT nachfragt, desto deutlicher wird: Mit der pünktlichen Zustellung hapert es auch im Landkreis Stade gewaltig. Schwerpunkte beim "Postschlamp" sind nach Aussagen unserer Leserinnen und Leser vor allem Harsefeld und Buxtehude. Und: Auch Firmen klagen darüber, dass ihnen durch die tagelang verzögerte Zustellung Riesenprobleme entstehen.



Beispiele: Thomas Orlowski aus Buxtehude hatte eine Woche keine Post in seinem Briefkasten. Eine Postkarte aus Neu Wulmstorf nach Buxtehude brauchte 21 Tage, um bei Familie Krusemeyer in Buxtehude-Ottensen anzukommen. Der Briefkasten sei tagelang leer und quelle dann über.

Bei Klaus Dieter Brobeck aus Bargstedt brauchen Briefe oft elf Tage, um bei ihm anzukommen. Ein Strafmandat war neun Tage unterwegs. Ein Problem, wenn Widerspruchsfristen einzuhalten sind. Ein Arztrezept hat Famlie Piele aus Harsefeld erst nach sieben Tagen erreicht. Es kam aus dem rund 15 Kilometer entfernten Buxtehude.

So oder fast ähnlich lauten Beschwerden. Auch aus Horneburg, Oderquart und Neu Wulmstorf haben sich Leser gemeldet. Interessant dabei: Wenn die frustrierten Postkunden die Austräger ansprechen, bekommen sie immer die Antwort: Personalmangel! Eine Leserin aus Harsefeld, die ihre Zustellerin ansprach, bekam zur Antwort: Es seien zu wenig Leute und daher werden in erster Linie Pakete ausgefahren. Hintergrund: Der Postpaketdienst DHL hat Konkurrenz. Bei Briefen hat der Gelbe Riese dagegen ein Monopol.

Nicht nur ärgerlich, sondern geschäftsschädigend sei das, was die Post treibe, sagen Unternehmer aus dem Landkreis Stade. Helmut Schulze, Geschäftsführer von "Schulze Bürowelt" aus Buxtehude: "Zum wiederholten Mal erhalten wir wichtige Pakete und Briefe nicht." Die Post in Buxtehude sei für Nachfragen aber weder telefonisch noch per Mail zu erreichen. Ein anderer Unternehmer schreibt, dass er Rechnungen per Post nicht mehr unter Skontoabzug begleichen könne. Er setze daher auf Online-Banking. Würde er der Post vertrauen, entstünde ihm ein sechsstelliger Schaden pro Jahr.

"Tragen Sie unseren Ärger in die Chefetage der Post", fordert ein Buxtehuder WOCHENBLATT-Leser. Bei der ersten Nachfrage in der Post-Pressestelle wurde das Riesenproblem noch abgetan. Erst beim Nachhaken, nachdem sich Dutzende Menschen in der Redaktion gemeldet hatten, räumte der gelbe Riese überhaupt Probleme bei der Zustellung ein. Offenbar kann sich der Brief-Monopolist (noch) kundenfeindliches Verhalten leisten.