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Briefwahl als Testballon gestartet

Dr. Thomas Kück freut sich über die hohe Beteiligung in den "Briefwahl-Gemeinden" Fotos: privat/archiv

In der evangelischen Landeskirche wurden neue Kirchenvorstände gewählt

tk/jd. Landkreis. Die beiden Superintendenten Dr. Thomas Kück (Kirchenkreis Stade) und Dr. Martin Krarup (Kirchenkreis Buxtehude) sind mit dem Verlauf der Kirchenvorstandswahl am vergangenen Sonntag zufrieden. Was sich bei der Wahlbeteiligung deutlich gezeigt hat: Der in einigen Gemeinden gestartete Versuchsballon Briefwahl hat sich offenbar bewährt.
So lag die Wahlbeteiligung in den testweise ausgewählten "Briefwahl-Gemeinden" deutlich über dem Durchschnitt. Im Kirchenkreis Buxtehude wurde in Mulsum und Fredenbeck erstmals per Brief der neue Kirchenvorstand gewählt - mit einer Wahlbeteiligung von 27 Prozent in Fredenbeck und von 33 Prozent in Mulsum. Zum Vergleich: Im Kirchenkreis Buxtehude gingen 17,6 Prozent der Stimmberechtigten zur Wahlurne und im Kirchenkreis Stade 15,4 Prozent. Auch dort wurde in einer Gemeinde ausschließlich per Briefwahl abgestimmt: In Assel lag die Wahlbeteiligung bei fast 35 Prozent. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um fast die Hälfte.
"Dieses Ergebnis ist natürlich sensationell", erklärt Kück: Die Briefwahl sei offensichtlich attraktiver und motiviere mehr Wähler, ihr Kreuzchen zu machen. "Ob wir die Briefwahl ausweiten, wird in der Landeskirche ein Thema werden", sagt Krarup. Sein Stader Kollege gibt allerdings zu bedenken: "Wenn wir die Kirchenvorstandswahlen nur noch in Form von Briefwahlen stattfinden lassen, ist das mit höheren Kosten verbunden." Die Kirche müsse ja auch das Porto für die Rücksendung der Wahlzettel zahlen.
Deutlich war in beiden Kirchenkreisen das Stadt-Land-Gefälle: Während die Kirchengemeinden in Stade und Buxtehude Wahlbeteiligungen zwischen acht und zwölf Prozent registrierten, gab es in einigen ländlichen Gemeinden Werte über 30 Prozent. Im Kirchenkreis Buxtehude übersprangen Mulsum und Bargstedt diese Marke, im Kirchenkreis Stade gab es hohe Wahlbeteiligungen vor allem in den Kehdinger Kirchengemeinden. "Absoluter Spitzenreiter ist Krautsand mit 50 Prozent", berichtet Kück.
Beide Superintendenten halten es für eine richtige Entscheidung, dass Jugendliche bereits ab 14 Jahren zur Wahl gehen dürfen. Ungefähr 500 Jugendliche bis 19 Jahre haben im Kirchenkreis Buxtehude ihr Stimmrecht genutzt. "Demokratie und Wahlen sind in dieser Altersgruppe sehr wichtig", so Krarup. Mit Blick in die Zukunft könnte das bedeuten, dass dadurch die Wahlbeteiligung wieder steigen könnte. Kück freut sich, dass die Wahlbeteiligung bei den 14- und 15-Jährigen fast dem Durchschnittswert entspricht: "Damit hat die Jugend in unserer Kirche eine gleich starke Stimme wie die anderen Altersgruppen."
Das Fazit, das die zwei Superintendenten ziehen, fällt überwiegend positiv aus. Er sei am Wahltag im Kirchenkreis unterwegs gewesen und habe viele tolle Erlebnisse gehabt, so Kück. Dennoch räumen beide ein: "Wir hätten uns schon ein paar mehr Wähler gewünscht."