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Bühnen-Premiere: Bis(s) das Blut gefriert

Die Aufführung des Stückes „Dracula“ von Jannik Graf und Fritz Krempien kam bei den Zuschauern gut an (Foto: Andre Schaapen)

Dracula, der „Fürst der Finsternis“, erscheint in einer neuen Interpretation auf der Buxtehuder Schulbühne


ab. Buxtehude. Blutig wird es im Süden Buxtehudes, wenn „Dracula“ am Schulforum in Erscheinung tritt. Die zwei Ehemaligen des Gymnasiums Süd, Jannik Graf (20) und Fritz Krempien (21), haben das Stück über den untoten Grafen verfasst, das am 1. Dezember 2015 Premiere feierte und im Januar zum dritten Mal von Schülern in Szene gesetzt wird.
„Obwohl es bei der Premiere ganz gut lief, waren wir nicht mit allem zufrieden“, resümiert Autor Jannik Graf. Der ehemalige Schüler, der in Braunschweig Theaterpädagogik und Kunstwissenschaften studiert, hatte den Klassiker von Bram Stoker adaptiert und neu verfasst. „Die Schauspieler waren prima, aber mit der Technik hatten wir einige Probleme“, sagt Graf.
Bei der zweiten Aufführung klappte es besser. Gespielt wurde vor „ausverkauftem Haus“, die Resonanz der Zuschauer war positiv.
Für Graf, der Regie führte und die Titelrolle spielte, steht nicht das blutrünstige Verlangen des Grafen Dracula im Vordergrund, „sondern es geht um Studien der anderen Charaktere: Jeder, der auf den Grafen trifft, begegnet auch einem Teil seines eigenen Ichs“, erklärt der Autor. Es ginge um individuelle Charakterzüge, um unterdrückte Gefühle.
In der Inszenierung reist der junge Anwalt Jonathan Harker im Jahr 1897 nach Transsilvanien, um dort Geschäfte mit einem zurückgezogen lebenden Grafen zu machen. Es wird eine Reise in Harkers Psyche, bei der er nach und nach die Kontrolle über sich verliert. Der holländische Professor Van Helsing macht sich ebenfalls auf, jedoch um Dracula Einhalt zu gebieten.
Alle Schauspieler wurden auf der Schule „gecastet“. Es wird gesungen, vorgetragen oder aus dem Off erzählt. Gemeinsam mit Fritz Krempien, der für die Inszenierung die passende Musik schrieb und jetzt als freiberuflicher Musiker arbeitet, entwickelte Graf innerhalb eines Jahres Konzept und Story und „lyrische Passagen“, wie Graf sie nennt. Dabei herausgekommen sei ein „musikalisches Theaterstück“, so die Kreativen. „Dort, wo die Worte enden, transportiert die Musik die Gedanken und Bedeutungen der Personen noch ein Stück weiter“, sagt Fritz Krempien.
„Für mich ist ,Dracula‘ immer noch nicht fertig“, sagt Jannik Graf, „das Stück hat noch sehr viel mehr Potenzial.“ Konkrete Pläne zur Weiterentwicklung gebe es aber noch nicht.

• Das Stück wird am 22. Januar um 19 Uhr noch einmal im Schulforum Süd aufgeführt. Karten gibt es für 5, ermäßigt 3 Euro, in der Schulbibliothek, Torfweg 36, und bei Literatur im Zimmer, Breite Straße 18.