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Bürger sauer: Private Osterfeuer sind in Buxtehude verboten

Private Osterfeuer sind in Buxtehude jetzt grundsätzlich verboten (Foto: jd)
tk. Buxtehude. Walter Wottka ist auf Zinne: Seit 20 Jahren zündet er sein privates Osterfeuer an. Er hat es immer von der Stadt genehmigen lassen. Und jetzt das: "Die haben mir das verboten", schimpft der Rentner.
"Das ist reines Holz, in 30 Minuten runtergebrannt", sagt Wottka. Auch auf Tiere, die sich möglicherweise im dem Stapel verkriechen, nimmt er Rücksicht. "Ich schichte immer um." Die Antwort aus der Stadtverwaltung: "private Osterfeuer sind verboten" - macht Walter Wottka schon deshalb wütend, weil sie ohne Vorwarnung kam. "Warum haben die darauf nicht schon im vergangenen Jahr hingewiesen?"
Angesichts des erzwungenen Endes einer schönen Tradition, die der Rentner zusammen mit seinen Nachbarn pflegte, fällt ihn nur noch ein: "Soll die Stadt den Holzhaufen selbst abholen."
Doreen Eichhorn, als Fachgruppenleiterin auch für Recht und Ordnung veranwortlich, bezieht im WOCHENBLATT Stellung: Dass Walter Wottka und andere sauer sind, kann sie verstehen. Am Verbot wird das nichts ändern. Offenbar hat sich Buxtehude zum heimlichen "Osterfeuer-Mekka" entwickelt. Neben 53 angemeldeten gab es im vergangenen Jahr vermutlich die gleiche Anzahl "illegaler" Feuer. Das habe besonders in Altstadtnähe der Feuerwehr große Sorgen gemacht, so Eichhorn.
Weil Gerichtsurteile festlegen, dass Osterfeuer nur als so genannte Brauchtumsveranstaltungen erlaubt sind, wurde ein grundsätzliches Verbot der privaten Feuer ausgesprochen. Das gelte landkreisweit. Darauf, so Juristin Eichhorn, hat die Kreisverwaltung auch nachdrücklich mit einem Schreiben hingewiesen. Neben der Brandgefahr sind es vor allem Emmissionsschutzgründe, die zum Verbot führen.
Es gibt aber einen Trick, wie Kommunen private Osterfeuer erlauben könnten: Ein offizieller Brenntag wird festgelegt. Das gibt die Brennverordnung her, die landesweit gilt. Ein erlaubter Brenntag kann auch auf den Ostersamstag fallen. In Buxtehude ist das nicht geplant. "Der Untergrund ist zu moorig", sagt Doreen Eichhorn.
Tröstlich für alle, die sauer sind, weil sie privat nicht feuern dürfen: Als Brauchtumfsfeier gilt auch die Veranstaltung der "Satansadler, die Kultparty mit Osterfeuer, auf dem Clubgelände an der Moisburger Straße.