Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Bundesnetzagentur: Ärger über schlechte Zustellung durch die Post nimmt zu

Keine Seltenheit in den Landkreisen Stade und Harburg: der Briefkasten bleibt tagelang leer (Foto: archiv)
Bundesnetzagentur sieht massive Probleme bei der Zustellung

tk. Landkreis. Das ist eine offizielle Bestätigung für viele WOCHENBLATT-Leser, die sich in den Landkreisen Stade und Harburg immer wieder über die schlechte oder schleppende Zustellung von Sendungen durch die Post beschweren. Tagelang bleibt bei ihnen der Briefkasten leer. Die Bundesnetzagentur hat jetzt festgestellt: Es gibt massive Probleme bei der Post mit der Zustellung.

Die deutliche Zunahme der Probleme wird in einem Bericht der Aufsichtsbehörde festgehalten. Laut Netzagentursprecher Olaf Peter Eul war die Analyse für ein Gremium und nicht für die öffentliche Berichterstattung gedacht. Weil die Fakten dennoch bekannt geworden ist, bestätigt Eul: "Es stimmt, die Zahl der Beschwerden hat sich drastisch erhöht." Im vergangenen Jahr haben sich rund 6.100 Bürger bei der Bundesnetzagentur über Zustellung und Beförderung von Sendungen durch die Post beschwert. Das sei eine Zunahme von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so Eul. Richtig sei auch, dass die tatsächliche Zahl von unzufriedenen Kunden deutlich höher liegen werde. Die Bundesnetzagentur spricht bei den Beschwerden davon, dass dies nur die Spitze des Eisbergs sei.

Spitzenreiter bei den Klagen von Postkunde ist übrigens Berlin: Dort kam es in einigen Bezirken zu einem Totalausfall der Zustellungen über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen.

So etwas hat es in den Landkreisen Stade und Harburg noch nicht gegeben. Dass Briefkästen tagelang leer bleiben, dann wieder überquellen, ist allerdings keine Seltenheit.

Direkte Sanktionsmöglichkeiten gegenüber der Post hat die Bundesnetzagentur nicht. Sprecher Eul weist aber darauf hin, dass über den Menüpunkt "Verbraucherservice" auf der Homepage der Bundesnetzagentur (www.bundesnetzagentur.de) Beschwerden möglich seien. "Wir gehen dem nach", sagt Eul. Und: Je mehr bekannt wird, wann und wo es bei der Zustellung hakt, desto eher kommt Bewegung in die Debatte. Schon jetzt, nach dem Bekanntwerden der Beschwerdeflut, gibt es erste Stimmen aus der Politik, die die Post zum Handeln auffordern.