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Buxtehude: "Der Schwimmbetrieb hat sich komplett verändert"

Nach 41 Jahren kehrt Claudia Brodda dem Buxtehuder Schwimmbetrieb den Rücken und tritt ihren wohlverdienten Ruhestand an

Claudia Brodda (63) geht nach 41 Jahren als Bademeisterin in den Ruhestand

ab. Buxtehude.
Ein Urgestein geht: Am 15. Juni tritt Claudia Brodda (63) ihren wohlverdienten Ruhestand an. 41 Jahre lang war die Bademeisterin und stellvertretende Bäderbetriebsleiterin für einen reibungslosen Ablauf im Buxtehuder Heidebad und im Hallenbad Aquarella verantwortlich. Claudia Brodda geht "mit einem lachenden und einem weinenden Auge". Den Job habe sie immer gern gemacht, aber jetzt freue sie sich auf ihre Freizeit. Rückblickend sagt sie: "Im Schwimmbetrieb hat sich sehr viel verändert."
Früher sei es unter den Angestellten wie in einer Familie zugegangen: "Es gab nur acht Mitarbeiter", erinnert sich Claudia Brodda. Jeder habe den anderen gut gekannt. "Heute kommen wir mit dem Saunabetrieb auf insgesamt 24 Personen."

Obwohl sie personell gut aufgestellt seien, bräuchten sie im Heidebad Verstärkung, nämlich dann, wenn hochsommerliche Temperaturen angekündigt seien. Wenn mit einem Massenandrang zu rechnen sei. "Sobald sich das abzeichnet, werden zwei Mitarbeiter eines Security-Diensts bestellt. Diese Entwicklung hätte ich früher nicht für möglich gehalten." Konflikte und Handgreiflichkeiten gebe es mehr als früher; diese zu schlichten, ohne gleichzeitig in dem großen Schwimmbad die Aufsichtspflicht zu vernachlässigen, sei kaum zu bewerkstelligen.

Viele Gäste kennen die Bademeisterin, die resolut durchgreift, wenn es nötig ist, seit Langem. Rund 4.000 Kinder hätten bei ihr das Schwimmen gelernt, sagt die ehemalige Leistungsschwimmerin und, laut eigenen Berechnungen, habe sie ca. 65.000 Kilometer beim Umrunden des Schwimmbeckens zurückgelegt. Doch was ihr am meisten bedeutete: "Der Kontakt mit den Menschen, die Unterhaltungen mit Stammgästen, gemeinsam zu scherzen. Das war für mich immer am wichtigsten." Viele der Gäste seien quasi im Heidebad groß geworden. "Mütter, die bei mir Schwimmen gelernt haben, kamen später mit ihren Kindern in die Kurse."

Doch zu den Veränderungen der vergangenen Jahre gehöre auch, dass die Zahl der Badegäste immer weiter zurückgehe. Claudia Brodda: "Früher waren Kinder den ganzen Tag im Schwimmbad. Heute sitzen viele von ihnen lieber vor dem Computer." Der technische Fortschritt sei aber auch im Schwimmbetrieb immer stärker zu spüren, was sie bisweilen bedaure. "Für Abläufe, die wir früher manuell geregelt haben, drückt ein Azubi nur noch einen einzigen Knopf."

Das alles gehört für Claudia Brodda bald der Vergangenheit an. Ruhiger wird es bei ihr aber nicht werden - sie hat bereits viele Pläne geschmiedet: "Ich habe sechs Geschwister und möchte mehr Zeit mit meiner Familie und mit Freunden verbringen. Ein weiteres Ziel ist, den Jakobsweg entlang zu wandern und eventuell gemeinsam mit meiner Schwester ein Buch zu schreiben - über das Leben einer Schwimmmeisterin."