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Buxtehude: Ein Hobby mit Pinzette, Lupe und Katalog

"Zwei Kleiderschränke voller Briefmarken": der Erste Vorsitzende des Briefmarkenvereins, Michael Clever
Jahreshauptversammlung der Briefmarkensammler in Buxtehude / Mitgliederzahlen wenig, aber konstant

ab. Buxtehude. Philatelie - nur wenige können mit diesem Begriff etwas anfangen. Dabei bezeichnet es die traditionsreiche Briefmarkenkunde. Die Sammler heißen Philatelisten und diese trafen sich jetzt in Buxtehude zur Jahreshauptversammlung in der „Hohe Luft“.

Genau 27 Mitglieder zählt der 1936 gegründete Verein in Buxtehude, darunter eine Frau. Der Altersdurchschnitt liegt eher bei über 60 Jahre. „Als ich jung war, gab es für Jungs zwei Hobbys: Fußball und Briefmarken“, erinnert sich der Erste Vorsitzende, Michael Clever. Er habe damals mit 13 Jahren mit dem Sammeln angefangen und ist dabei geblieben. Mehrere Millionen Briefmarken, schätzt Clever, nenne er inzwischen sein eigen, „mindestens zwei Kleiderschränke voll“, vermutet er.

Um der Philatelie nachgehen zu können, bräuchte es nur eine Pinzette, eine Lupe und einen Katalog zum Nachschlagen, erläutert Clever. Ausstattungen gebe es jedoch reichlich - von speziellen Lampen über Wasserzeichensucher bis hin zu Zähnungsschlüsseln zum Zählen der Briefmarkenzähne.

Warum sich nicht mehr so viele junge Menschen wie früher für die Philatelie begeistern können, erklärt sich Clever mit den vielen Möglichkeiten der Hobbys und der Freizeitgestaltung, die es heutzutage gebe. An der zum Alltag gehörenden Computernutzung liege es seiner Meinung nach nicht: „Computer und Briefmarken - das passt sehr gut zusammen. Auf „eBay“ gibt es den weltgrößten Briefmarkenmarkt.“ Auch ließe sich im Internet sehr gut recherchieren.

Die meisten Sammler haben ein Thema, auf das sie sich spezialisieren: „Früher wurden Länder gesammelt, heute sind es eher Motive, beispielsweise Tiere oder Blumen.“ Clever selbst interessiert sich für chinesische Briefmarken. Seine wertvollste Marke könnte ein Block chinesischer Briefmarken sein. „Wie hoch der Wert genau ist, kann ich nicht sagen, vermutlich zwischen 1.000 und 10.000 Euro“, vermutet er. Es käme nicht nur auf die Seltenheit einer Marke an, sondern auch auf die Nachfrage. „Außerdem muss es jemanden geben, der dazu bereit ist, den im Katalog ausgewiesenen Preis zu zahlen.“

Die Mitglieder des Buxtehuder Briefmarkenvereins sammeln Marken bis zu den Jahren 2000 bis 2002. „Inzwischen gibt es einfach zu viele verschiedene Marken und das wird unübersichtlich“, so der Erste Vorsitzende. Mittlerweile gebe es ja auch die Möglichkeit der „individuellen Marke“: Ein Rohling, genehmigt vom Finanzministerium, kann am Computer mit einem Motiv eigener Wahl versehen werden. Anschließen wird die Marke geprüft und nach Freigabe für den Postverkehr verwendet werden. „Das haben meine Geschwister und ich für meine Mutter angefertigt, als diese ihren 80. Geburtstag gefeiert hat“, sagt Clever.

• Der Briefmarkenverein trifft sich erneut am Sonntag, 12. März, ab 10 Uhr. Weitere Infos unter www.briefmarkenverein-
buxtehude.de.