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Buxtehude: Eine Turmkapelle in neuem Licht

Ein neuer Lichtkranz wird von Daniel Endruhn (re.) und Bastian Küther, Mitarbeiter der Firma Sass, und Jasmin Heitmann (li.), Azubi der Stadtwerke Buxtehude, installiert

Pastor Thomas Haase zeigt dem WOCHENBLATT die fast fertig sanierte Turmkapelle der St. Petri Kirche

ab. Buxtehude. „Ein Unterschied wie Tag und Nacht“, sagt Pastor Thomas Haase und zeigt auf die frisch restaurierte Decke in der Turmkapelle der St. Petri Kirche in der Buxtehuder Altstadt. „Eigentlich hätte man zum Vergleich ein kleines Stück unrestauriert lassen sollen, damit man es noch deutlicher sehen kann.“ Höchste Zeit sei es gewesen, etwas zu unternehmen, denn an der Decke habe sich schon Schimmel gebildet. „Sie ist richtig schön geworden“, meint der Kirchenmann zur 5,65 Meter hohen Decke, an der Elektro-Experten auch eine neue Lichttechnik installieren.

Vieles in der 65 Quadratmeter großen Turmkapelle, die lange Zeit als eine Art Abstellraum ein trauriges Dasein fristete, ist neu, beispielsweise die in zwei Nischen eingebaute Küchenzeilen mit Arbeitsflächen, Stauraum, Geschirrspüler und Spülbecken. Der Einbau habe sich schwieriger gestaltet als geplant, verrät Pastor Haase. „Bei den Bauarbeiten kamen Findlinge zum Vorschein - und die sind ebenso denkmalgeschützt wie die Kirche selbst.“ Um die im Kirchenschiff angrenzende Orgel während der Bauarbeiten vor der Staubentwicklung zu schützen, wurde eine Holzwand errichtet.

Das ursprüngliche Element aus Holz und Glas, das Kirche und Turmkapelle voneinander trennte, wurde entfernt. „Es kommt ein Glaselement hinein, das sich öffnen lässt und durch das man die Kapelle von der Kirchenseite aus betreten kann“, sagt Haase und hofft, dass der Raum dadurch mehr Aufmerksamkeit bekommt. „Vom Kircheninneren aus können die Besucher dann sehen, was in der Turmkapelle geschieht, und fühlen sich eher zum Mitmachen animiert“, hofft er.

Ebenfalls praktisch: Wenn Kinder unruhig werden, haben Eltern während des Gottesdienstes durch die Turmkapelle einen Rückzugsort. „Durch die Glasfront können sie dem Gottesdienst weiter folgen und über Lautsprecher mithören.“ Das bedeute aber nicht, dass sich Eltern mit Kindern grundsätzlich in die Turmkapelle zurückziehen sollten, stellt Haase klar. „Aber als Vater von einem drei- und einem sechsjährigen Kind würde mich diese Lösung begeistern“, sagt er. Wie berichtet, war das Projekt Turmkapelle, auch Winterkirche genannt, bis zum Schluss umstritten: Viele Mitglieder der Kirchengemeinde fühlten sich nicht mitgenommen und lehnten z. B. eine durchsichtige Glasfront ab.

Das Projekt habe in den vergangenen Jahren vor allem von Ehrenamtlichen viel Zeit und Engagement gefordert, so Haase. Jetzt sollen Gemeindemitglieder in die weitere Entwicklung, z. B. die Planungen zukünftiger Veranstaltungen, konkret mit einbezogen werden. Gut vorstellen kann sich der Buxtehuder Pastor beispielsweise ein Format wie „Talk im Turm“, „doch so etwas müsste man ausprobieren.“

• Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf 351.000 Euro, wovon 100.000 Euro die Förderung Kirchenkreis trägt und zwei Drittel die Kirchengemeinde.