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Buxtehude: Flaggen als Symbol für den Frieden

Wirkt aus der Vogelperspektive wie eine Patchwork-Arbeit: Viele kleine Flaggen wurden zusammengefügt (Foto: Rosenzweig)

Frank Rosenzweig und Valerie Mouton Rosenzweig arbeiten mit Kindern und Jugendlichen



ab. Buxtehude. Liebevoll streicht Lina (14) ihre Flagge glatt. Mit Bleistift hat die Buxtehuder Realschülerin eine Weltkugel aufgezeichnet, die von zwei Händen gehalten wird. Den Händen wird die Kurdin, die vor drei Jahren nach Deutschland kam, eine helle und dunkle Hautfarbe geben. Es ist Linas Darstellung des Weltfriedens. Zwei unterschiedliche Hände, die gemeinsam die Welt festhalten.

Was die Kinder sich unter dem Begriff Weltfrieden vorstellen und wie sie ihn auf einer Flagge mit Zeichnungen, Farben, Symbolen und Bildern darstellen, erlebt an diesem Tag das Künstler-Ehepaar Frank Rosenzweig und Valerie Mouton Rosenzweig. Mit ihrem Friedensprojekt „Eine Stadt zeigt Flagge“ besuchen sie Schulen in Buxtehude. An Linas Realschule wirken 560 Kinder und Jugendliche an dem Projekt mit und entwerfen in Gruppen eigene Friedensflaggen.

Nacheinander besuchen die Künstler sämtliche Klassen, stellen ihre Arbeit vor und zeigen einen Film über eine Schule in Namibia, in der sie das Projekt bereits umgesetzt haben. Wichtiger Bestandteil: die Weltfriedensflagge „United Contents of Planet Earth“, von Frank Rosenzweig selbst entworfen. Sie zeigt die sieben Kontinente in Form gelber Sterne und angeordnet als ein Kreisplanet. „Alles auf weißem Grund“, erklärt der Künstler, „denn eine weiße Fahne symbolisiert Frieden.“

Mit den Schülern spricht Rosenzweig darüber, was Frieden ausmacht. „Wir sind alle anders und das ist unsere größte Gemeinsamkeit“, ist sein Grundsatz. Während der Gespräche gebe es immer wieder bedrückende Momente wie diesen: „Ich wollte wissen, ob sich jemand vorstellen kann, dass überall Frieden ist. Daraufhin sind alle sehr still geworden und niemand hat sich gemeldet“, erzählt Rosenzweig.

Begeistert ist der Buxtehuder Künstler davon, wie gut die Schüler den Begriff Weltfrieden kreativ umsetzen. „Das Ergebnis ist letztlich nicht maßgeblich. Mein Hauptanliegen ist, dass sich die Schüler mit dem Thema auseinandersetzen.“

Mit wie viel Engagement sie tatsächlich dabei sind, zeigen die langen Schülerschlangen vor Frank Rosenzweigs Tisch im Foyer der Schule. Fragen prasseln auf ihn ein. Sogar die lange Pause nutzen viele noch zum Weitermalen.

Zum Finale des Projekts werden alle Flaggen aneinander gelegt und von einer Drohne fotografiert. Und beweisen, wie schön es ist, wenn junge Menschen in einer gemeinsamen Aktion ein Zeichen für Weltfrieden setzen.

• Mehr zu dem Projekt unter www.einestadtzeigtflagge.de