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Buxtehude: Unsicher auf dem Rad unterwegs

So gut klappt es selten: Einhändiges Fahren übt Ida mithilfe einer Stange. Nansi assistiert ihr

Verkehrswacht sieht Problem: "Immer weniger Kinder können Rad fahren"

ab. Buxtehude.
Viertklässler in Buxtehude bereiten sich derzeit in ihren Schulen auf ihre Fahrradprüfung vor. In regelmäßigen Verkehrssicherheitstrainings üben sie auf einem selbst aufgebauten Parcours wie kleine Hindernisse umfahren werden, eine Bordsteinkante gemeistert oder für den Abbiegevorgang einhändig die Balance gehalten wird. Was die betreuenden Lehrer sorgenvoll resümieren: Viele der zwischen neun und elf Jahre alten Kinder können nicht richtig Rad fahren.

Das Problem scheint ein vielschichtiges zu sein: Kinder sind zu wenig auf dem Fahrrad unterwegs und haben deshalb kaum Übung. Das lässt mehrere Schlüsse zu: Kinder bewegen sich selten alleine von einem Ort zum anderen, sondern werden mit dem Auto gebracht. Oder sie sind weniger unterwegs als früher. Außerdem scheinen gemeinsame Radtouren mit den Eltern "out" zu sein, vermutet eine Buxtehuder Grundschullehrerin.

Mit ihrer Vermutung ist sie nicht alleine: Auch Siegfried Häußler von der Buxtehuder Verkehrswacht hat diese Gedanken. Gerade sei täglich eine Gruppe sechsjähriger Kinder auf dem Übungsplatz am Rotkäppchenweg in Buxtehude unterwegs, um sicheres Fahrradfahren zu trainieren, sagt der pensionierte Polizist. Und dabei stellt er fest: "Viele Kinder fahren sehr unsicher Fahrrad. Wir sehen darin ein Problem."

Die Veranstaltung "Kind und Verkehr", von der Verkehrswacht früher für Eltern angeboten, gebe es mangels Nachfrage nicht mehr. Die Eltern hätten keine Zeit mehr dafür.
Ein weiteres Zeichen sei für ihn die kümmerliche Rückmeldung für den jährlich stattfindenden Schüler-Wettstreit "Meister auf zwei Rädern" zwischen Buxtehude und der Partnerstadt Ribnitz-Damgarten. Nur drei Schüler von mehr als 400 Viertklässlern in Buxtehude hätten sich für das Wochenende am 16. und 17. Juni angemeldet. "Da die Veranstaltung nur mit mindestens sechs Kindern pro Stadt stattfinden kann, mussten wir noch mal intensiv rekrutieren. Sonst hätte sie ausfallen müssen", stellt Häußler resigniert klar. "Und wir haben uns gefragt, woran es liegen kann, dass es so wenige Rückläufe gab." Dass Kinder nicht mehr so gerne und oft Radfahren wie einst, sei für ihn einer der Hauptgründe.

Ob es auch an der für Radfahrer verbesserungswürdigen Situation in Buxtehude liegen könnte? Es mangele an ordentlichen Radwegen, sagt Siegfried Häußler. Gerade sei er in Potsdam Rad gefahren und ist davon begeistert: "Dort gibt es an den Kreuzungen extra Haltelinien, von dort aus können Autofahrer Radfahrer viel besser wahrnehmen." Gut seien auch die kleinen Ampeln, die meist einige Sekunden vor den großen Ampeln geschaltet werden. Das ermögliche Radfahrern auf dem Radweg ein sichereres Abbiegen.