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Buxtehude: „Vogelbestand durch Schutzgebiete erhöhen“

Der Haussperling wird immer seltener. Auf seinen Exkursionen durch die Buxtehuder Vogelwelt kann Guido Seemann ihn manchmal noch entdecken (Foto: Guido Seemann)
 
Vogelkundler Guido Seemann (Foto: archiv)

Guido Seemann (53) bietet seit fünf Jahren Führungen durch Buxtehudes Vogelwelt an / Vogelbestand rückläufig


ab. Buxtehude. In jedem Frühjahr bietet Hobby-Vogelkundler Guido Seemann (53) vom Heimatverein Buxtehude Führungen durch die Vogelwelt in und um Buxtehude an. Dort zeigt er interessierten Besuchern während verschiedener Früh- und Abendtouren, welche Vogelarten, Brut-, Rast- und Gastvögel es zu entdecken gibt. „Im Schnitt nehmen an den abendlichen Touren, je nach Wetterlage, zehn bis 25 Personen teil“, sagt Seemann. Bei den Frühtouren seien es zwischen sieben und zehn Gäste.

Im Jahr 1996 nahm er zum ersten Mal an einer Führung teil und hat sich sofort für die Vogelwelt begeistert. Gemeinsam mit Kollege Michael Köhler bietet Seemann nun selbst Vogel-Exkursionen an.

„Auf den Wanderungen entdecken wir zwischen 20 und 45 verschiedene Vogelarten. Insgesamt sind es wohl rund 130 Arten in und um Buxtehude“, so der Vogel-Experte. Hauptsächlich seien das Sperlings-, Finken- und Meisenarten, Rotkelchen, Tauben, Spatzen, Gimpel und Amseln. Rechne er Brut-, Gast- und Rastvögel mit ein, käme eine Zahl um 165 heraus. „Eine ganze Menge“, meint Seemann.

Dennoch gehe der Vogelbestand in den vergangenen Jahren zurück, das habe nicht nur der Naturschutzbund (NABU) bei seinen jüngsten Zählungen zur „Stunde der Wintervögel“ festgestellt (das WOCHENBLATT berichtete). Als Beispiel nennt Seemann, hauptberuflich Finanzbeamter und Ratsherr der Grünen Buxtehude, den Haussperling, der immer seltener wird. Seemann erklärt: „Das liegt unter anderem an dem schwindenden Insektenbestand und den eingeschränkten Brutmöglichkeiten, die durch das zunehmende Versiegeln von Flächen entstehen.“
Auch heimische Gärten, die heute häufig anders angelegt werden als früher, seien ein Grund. „Ein japanischer Garten mit exotischen Blüten und Steinen sieht natürlich toll aus, für die heimische Vogel- und Insektenwelt ist das aber nichts“, sagt Seemann. „Auch ein paar Tulpen auf einer Verkehrsinsel bringen nichts.“

Vorschläge, wie dem Rückgang der Arten- und Vogelvielfalt entgegengewirkt werden kann, hätte der Experte schon: „Wir brauchen mehr Hecken und Büsche, um Nistgelegenheiten zu schaffen“, so der Grünen-Politiker. „Wir müssen zurück zu den Wurzeln“, sagt er und nennt als Beispiel den Neu Wulmstorfer Thomas Hauschild und dessen Landhof.

Ebenso sinnvoll sei es, neue Schutzgebiete auszuweisen, beispielsweise die Este, und diese zu renaturieren. „Das geht relativ schnell“, ist Seemann überzeugt. Im Bullenbruch in Buxtehude sei das zu beobachten: Dort waren Ausgleichsflächen aufgrund des Autobahnbaus geschaffen worden. Die Natur entwickele sich nun zunehmend in ihren ursprünglichen Zustand zurück, sagt er.


Kostenlose Exkursionen

Wer mit Guido Seemann und Michael Köhler auf einer Tour die Buxtehuder Vogelwelt entdecken möchte, hat jeweils dienstags ab 19 Uhr Gelegenheit dazu. Treffpunkt ist auf dem Schafmarkt in Altkloster. Dauer der Exkursion: zwei bis zweieinhalb Stunden. Frühtouren finden am Montag, 1. Mai (Fahrt nach Maschen), und jeweils am Sonntag, 14. Mai (Fahrt ins „Hohe Moor“ bei Oldendorf) und 11. Juni (Fahrt in das Tister Bauernmoor), immer um 7 Uhr statt. Für Interessierte ohne Pkw sind Mitfahrgelegenheiten gegeben. Die Teilnahme an den Führungen ist kostenfrei.