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Buxtehude: Wer versorgt die Katzen?

Kleine und große Stubentiger warten im Buxtehuder Tierschutz auf ein neues Zuhause (Foto: tk)
 
Um die Katzenversorgung zu gewährleisten, trafen sich jetzt Mitglieder und Helfer des Buxtehuder Tierschutzvereins

Tierschutzverein Buxtehude: Notstand in der Katzenbetreuung / Helfer gesucht

ab. Buxtehude.
Bei der Verpflegung der Katzen gibt es beim Tierschutzverein Buxtehude einen akuten Engpass: Aus gesundheitlichen Gründen fallen ab sofort engagierte, ehrenamtliche Helferinnen vorübergehend aus. Grund genug für die 1. Vorstandsvorsitzende Martina Henning, am Sonntagvormittag Mitglieder und Helfer an einen Tisch zu holen.

Viele der Helfer sind berufstätig, einige stoßen zeitlich an ihre Grenzen: Dadurch gibt es teilweise nur eine verantwortliche Person auf dem gesamten Gelände. Keine gute Situation, gerade in den Wintermonaten, sind sich die Anwesenden einig. Die Versorgung der Samtpfoten ist unter der Woche äußerst knapp gewährleistet. Für die aktuell 35 Katzen werden darum dringend weitere Helfer benötigt. 26 Katzen halten sich nur drinnen auf, neun sind sogenannte Freigänger, drei sogar medizinische Härtefälle, die besonders sorgfältig versorgt werden müssen. Auch Hilfe für wenige Stunden ist willkommen.

Vielen heimatlosen Tieren, von Katzen über Hunde und Kaninchen bis hin zu Pferden, gibt der Tierschutzverein Buxtehude ein Zuhause, bis neue Besitzer gefunden wurden. Die Betreuung und Versorgung der Vierbeiner übernehmen neben einer festen Kraft, die sechs Stunden täglich für die Tiere da ist, sowie einer Ein-Euro-Kraft ehrenamtliche Mitarbeiter.
„Das Versorgen der Katzen geht weit über Füttern und Kuscheln hinaus“, macht Reidun Kildal, langjährige Mitarbeiterin beim Buxtehuder Tierschutzverein, deutlich. Außer dem Reinigen der Katzenklos fallen Putzarbeiten an, wie z. B. Aufräumen, Feudeln und Wäsche waschen.„Wir haben in der Vergangenheit bereits mehrere Aufrufe gestartet, in denen wir Unterstützung gesucht haben“, erinnert sich Kildal. Viele wollten helfen. Allerdings bliebe von fünf engagiert gestarteten Helfern oft nur einer übrig.

Was ebenfalls notwendig ist, sind Pflegestellen - Tierfreunde, die die Verantwortung für die Katzen solange übernehmen, bis die Tiere vermittelt werden können. Denn jetzt komme die Zeit, in der es auch wieder viele Katzenbabys gebe. Bedeutet: Die Zahl der zu versorgenden Tiere wird auch im Buxtehuder Tierschutz bald ansteigen.

• Über Tierfreunde, die Lust und Zeit haben, sich im Tierschutz einzubringen, freuen sich die Mitglieder des Vereins. Weitere Infos unter ( 04161 - 5409977, per E-Mail an info@tierschutzverein-buxtehude.de oder über die Homepage des Vereins unter www.tierschutzverein-buxtehude.de. 


Tierschutz lebt vom Ehrenamt
Wer bei Google „ehrenamtlich“ und „Tierschutz“ eingibt, erhält mehr als 140.000 Ergebnisse: Es gibt kaum einen Tierschutzverein ohne einen „Ehrenamtliche gesucht“-Aufruf auf der Internetseite. Das macht nachdenklich. Es gibt im Bereich Tierschutz zu wenige Festangestellte - und zu wenig Geld. Bereits im Jahr 2015 stand laut Deutschem Tierschutzbund deutschlandweit jedes zweite Tierheim vor der Insolvenz. Was Städte und Kommunen meist zahlen, deckt kaum die Ausgaben. in Buxtehude sind es rund 6.000 Euro jährlich plus 8.000 Euro für die Tierarztkosten. Vereine sind auf Spenden angewiesen. Die finanzielle Unterstützung müsste meiner Meinung nach deutlich höher ausfallen - schließlich übernehmen Tierschutzvereine und -heime mit der Versorgung von Fundtieren eine kommunale Aufgabe.
Alexandra Bisping