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Buxtehuder gewinnt Deutschland-Cup im Schach

Seine liebste Figur ist der Springer: Ralf Schöngart, Deutschland-Cup-Sieger aus Buxtehude

Amateur-Schachspieler Ralf Schöngart bleibt in sieben Partien ungeschlagen


ab. Buxtehude.
Ein Schach-Sieger aus der Hansestadt: Der Buxtehuder Ralf Schöngart (58) hat in Wernigerode im Harz jüngst den Deutschland-Cup im Amateurschach gewonnen. Unter 206 Spielern ging er in drei Runden als Sieger hervor und spielte vier Partien unentschieden (Remis). Damit holte sich der Verwaltungsangestellte nach 2012 und 2015 zum dritten Mal den Titel.
Nach dem Turnier sei er glücklich, aber auch recht erschöpft gewesen, bilanziert Schöngart. „In sechs Tagen habe ich sieben Partien gespielt, wovon jede vier bis fünf Stunden lang war.“

Bereits im zarten Alter von vier Jahren hatte es den Buxtehuder ans Schachbrett gezogen, mit sechs Jahren spielte Schöngart sein erstes Turnier. Das Schöne am Schach sei, dass es in nahezu jeder Altersgruppe gespielt werden könne, meint er. Auch beim Deutschland-Cup seien die Altersspannen groß gewesen: „Der jüngste Teilnehmer war Jahrgang 2010, der älteste Jahrgang 1930 - in welcher Sportart gibt es das schon?“
Schöngart selbst hatte beim Turnier „einen Traumstart“: „Die ersten drei Spiele habe ich gewonnen und damit auch den Respekt der anderen Spieler. Das hat mir geholfen“, sagt er. Insgesamt habe er durchgehend Schach auf gutem Niveau gespielt, so der Deutschland-Cup-Gewinner.

Auf die Frage, wie er für ein Turnier trainiere, antwortet Schöngart: „Eigentlich trainiere ich kaum. Einmal pro Woche haben wir einen Spieleabend und manchmal nehme ich mir eine frühere Partie aus einer Zeitschrift vor und spiele sie nach.“ Im Internet zu spielen reize ihn jedoch wenig. „Zum einen möchte ich die Reaktionen meines Gegenübers sehen - wird er nervös oder lächelt er über einen meiner Züge? Außerdem möchte ich wissen, ob mein Gegner ein programmierter Algorithmus ist oder ein richtiger Mensch.“

Ansonsten schätzt Ralf Schöngart am Schach aber das Unvorhersehbare. Nach fünf Jahrzehnten fasziniere ihn dieser Sport noch immer: „Es gibt nicht eine einzige Partie, die ich während der gesamten Zeit doppelt gespielt habe.“ Seine persönliche Lieblingsfigur, sagt Schöngart, sei der Springer. „Er ist unberechenbarer als die anderen Figuren, das mag ich.“

Seit 2007 ist Schöngart als Bundesliga-Schiedsrichter unterwegs. Auf internationalen Turnieren treffe er auch auf Weltklassespieler wie den Schachweltmeister Garri Kimowitsch Kasparow, erzählt er. „Seine Art zu spielen finde ich sehr beeindruckend.“ Beim Profi-Schach einzusteigen sei für ihn persönlich jedoch nie infrage gekommen. „Ich bin ein Hobby-Spieler und aus reiner Freude dabei. Sobald ich damit meinen Lebensunterhalt bestreiten müsste, würde ich wohl den Spaß daran verlieren.“

Sein nächstes Ziel sind jetzt die deutschen Amateurmeisterschaften. Das Finale dazu findet im kommenden Juni in Leipzig statt. Die ersten Serien starten bereits im Oktober.

• Wer gerne einmal wieder Schach spielen möchte, ist beim Verein Schachfreunde Buxtehude stets willkommen. Gespielt wird freitags in der Begegnungsstätte „Hohe Luft“ in Buxtehude (Stader Straße 15). Jugendliche spielen ab 18.30 Uhr, Erwachsene ab 20 Uhr. Weitere Infos unter www.sfbux.de.