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Danke liebe Telekom, für kommunikationsfreie Tage

Abgeklemmt: Ich bin doch selbst Schuld daran, dass ich ohne Telefon und Internet dastand. Schließlich hätte ich nicht bei der Telekom kündigen müssen. (Foto: jd)
(tk) "Schön, dass Sie da sind", begrüße ich den Mann, der am Samstagmorgen vor meiner Haustür steht. "Ich wär' jetzt lieber woanders", entgegnet der Kundendienst-Techniker der Telekom. Ich kann seinen Unmut gut verstehen: Es ist schließlich Wochenende und meinen Anschluss habe ich mittlerweile bei der Konkurrenz, der EWE.
Um das Happy-End vorwegzunehmen: Es grenzt für mich an ein Wunder, dass ich dieses Mal nur fünf Tage lang ohne Telefon und Internet auskommen muss. Vor sieben Jahren waren es noch mehrere Wochen.
Danke, liebe Telekom, für diese fünf kommunikationsfreien Tage. Ich hatte Zeit, um über die Bedeutung der sogenannten letzten Meile und meine dreiste Kündigung nachzudenken. Aber ich kann doch aber wirklich nichts dafür, dass ein Mitbewerber auf dem platten Land Glasfaser verlegt und mir damit schnelleres Internet beschert hat.
Ich bin immerhin um eine Erfahrung reicher: Auch ohne die Telekom als Vertragspartner sitzt der Konzern mit im Boot. Das letzte Stück Leitung zum Haus ist und bleibt Hoheitsgebiet des Großkonzerns. Das erklärte mir der EWE-Techniker, den ich zuerst geholt hatte. Einer seiner Kollegen aus dem Service erklärt einen Tag später, dass die Telekom einen Fehler festgestellt habe. Warum sie sich dann nicht automatisch an dessen Beseitigung macht, bleibt für mich eines der großen Rätsel auf der letzten Meile.
Mein Versuch, von der Telekom-Presseabteilung eine Erklärung dafür zu bekommen, scheitert. Ich erfahre, dass ich am 27. Januar gekündigt habe und nun die EWE zuständig sei. Mehr könnte ich nur dann erwarten, wenn ich die genaue Leitungsbezeichnung parat hätte. Hat meine Leitung einen Namen, muss ich sie vielleicht noch taufen? Wie wär's mit Elfriede?
Spannend wird noch die Frage, wer die Rechnung für den EWE-Techniker bezahlt, der doch nichts ausrichten konnte. "Wenn das in unserem Verantwortungsbereich liegt, zahlen Sie nichts", sagt eine Telekom-Sprecherin. Wobei ich überzeugt bin, dass Verantwortungsbereich eine variable Größe ist. Es liegt schließlich in meiner Verantwortung, der Telekom den Rücken gekehrt und damit den ganzen Ärger erst heraufbeschworen zu haben.
Angesichts des Wunders meiner freigeschalteten Telefonleitung auf der letzten Meile, fragte ich den Telekom-Mitarbeiter am vergangenen Samstag: "Wieso funktioniert es jetzt und vorher nicht?" "Versteh' ich auch nicht", antwortet er. Tom Kreib