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"Das ist nicht unser Stil"

In der Buxtehuder Innenstadt sorgen angebliche "Hinz&Kunzt"-Verkäufer seit einiger Zeit für Unmut bei Passanten
bc. Buxtehude. Fast jeder kennt sie: die netten Verkäufer des Hamburger Obdachlosen-Magazins "Hinz&Kunzt". Auch im Landkreis Stade sind sie aktiv. Seit einiger Zeit rufen jedoch einige von ihnen Missfallen bei Passanten in der Buxtehuder Innenstadt hervor. Zum einen bieten sie das Heft für einen überteuerten Preis feil, zum anderen gehen sie teilweise aggressiv auf die Menschen zu. Auf WOCHENBLATT-Nachfrage sagt "Hinz&Kunzt"-Geschäftsführer Dr. Jens Ade: "Das ist überhaupt nicht unser Stil." Es gebe seit Längerem ein Problem mit "Schwarz-Verkäufern".

Sofern die Verkäufer keinen Ausweis mit Lichtbild und vierstelliger Nummer vorzeigen können, sollten Kunden kein Heft kaufen, betont Ade. In Buxtehude gebe es nur fünf feste Verkaufsplätze: "Marktkauf" an der Bahnhofstraße, "Rewe" an der Harburger Straße und im Westmoor, der Sky-Markt an der Konrad-Adenauer-Allee und der "Aldi" an der Stader Straße. Ade: "Wir machen auch Kontrollfahrten, aber wir können nicht überall sein."

Verkäufer bei "Hinz&Kunzt" verpflichten sich per Unterschrift, festgelegte Regeln einzuhalten. "Dazu gehört unter anderem, nicht aggressiv auf die Kundschaft zuzugehen und nicht zu betteln", sagt Ade. Zudem müssten Verkäufer zumindest ein wenig der deutschen Sprache mächtig sein.

Dem anhaltenden Zustrom aus Osteuropa, besonders aus Rumänien, tragen die "Hinz&Kunzt"-Macher Rechnung. "Auch das sind bedürftige Menschen", so Ade. Von den gegenwärtig 520 registrierten Verkäufern stammen 60 aus Rumänien. "Wir mussten ein Limit setzen, weil es andernfalls für unser Projekt nicht zu stemmen gewesen wäre", erklärt der Geschäftsführer. Sobald sich aber herausstellen sollte, dass eingetragene Verkäufer illegal Magazine weitergeben, werde ihnen die Lizenz für ein halbes Jahr entzogen.

• Die Idee hinter "Hinz&Kunzt": Wohnungs- und Obdachlose verkaufen ein professionell geschriebenes und gestaltetes Straßenmagazin. Ziel: Geld und Anerkennung für die Obdachlosen. Die durchschnittlich verkaufte Auflage liegt derzeit bei etwa 68.000. Für eine Zeitung müssen die Verkäufer 90 Cent bezahlen und dürfen sie für 1,90 Euro weiterverkaufen. Mit den Verkaufserlösen, Anzeigen und Spenden wird das Magazin finanziert.