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Das neue Kreishaus hat nur eine Postadresse

Der Bau vor wenigen Tagen vom Staatsarchiv aus fotografiert: Laut Gestaltungssatzung der Stadt Stade muss das Dach in roter Farbe eingedeckt werden. Der Innenhof wird begehbar sein
 
So sah das Baufeld im August 2015 aus. Grundsteinlegung feierte der Landkreis im Dezember 2015, im Juli 2016 war Richtfest und im Mai 2017 soll der Umzug beginnen
bc. Stade. Im August 2015 räumten die ersten Bagger das Baufeld für das neue Kreishaus in Stade am Sande frei. Mittlerweile ist aus der Baugrube ein vierstöckiges Gebäude erwachsen, dessen Dimensionen gut ersichtlich sind. Das WOCHENBLATT durfte sich auf der Baustelle umschauen.
Die wohl weitreichendste Verbesserung durch den Anbau ist die Konzentration der Kreisverwaltung auf einen Standort - in einem zusammenhängenden Gebäude. Mit nur einer Postadresse. Dank des Erweiterungsbaus werden das Haupthaus („Am Sande 2“) mit dem Trakt „Am Sande 4“ verbunden, in dem bislang das Bauordnungs- und Planungsamt sowie die stark frequentierte Wohngeldstelle untergebracht sind.
Hinzu kommt, dass einige Ämter aus den kreiseigenen Gebäuden in der Großen Schmiedestraße in den Anbau umziehen werden. Künftig werden an die 350 Menschen auf dem neuen „Landkreis-Campus“ arbeiten. Weil unklar ist, wie es mit dem Jugendamt in Ottenbeck weitergeht, wird der Landkreis vorerst die Immobilien an der Großen Schmiedestraße nicht verkaufen, so wie einst geplant.
Bauingenieurin Petra Schlichting aus der Abteilung Gebäudewirtschaft hat die Abläufe auf der Baustelle bestens im Blick. Bisher befindet sich das Projekt sowohl im Zeit- als auch im Kostenplan. Beabsichtigt ist, im Mai 2017 umzuziehen. Die Mitarbeiter freuen sich auf ihre neuen Büros. Moderner werden sie sein. Die meisten sind knapp 20 Quadratmeter groß, werden überwiegend doppelt belegt. In jedem Stockwerk wird ein großer Besprechungsraum eingerichtet, das Umweltamt bekommt ein neues Labor. Im Erdgeschoss befindet sich ein Sitzungssaal (80 Quadratmeter), in dem künftig politische Ausschüsse tagen. Die Wärmeversorgung (Gas und Luft-Wasser-Wärmepumpe) läuft komplett über das Haupthaus. Eine Besonderheit sind die abgeschrägten Fensterlaibungen, die der Fassade eine aufgelockerte Struktur verleihen.
Herausforderung für Architekten und Bauarbeiter war der schiefwinklige Grundriss des Gebäudes zwischen Salztorswall, Kleiner Archivstraße und Am Sande, weil die Baugrenzen maximal ausgenutzt werden sollten. Das Baugrundstück ist 3.176 Quadratmeter groß, davon sind 2.922 bebaut.
Die Kreisverwaltung möchte sich am liebsten noch weiter ausdehnen, doch das benachbarte Grundstück mit dem leerstehenden Staatsarchiv steht derzeit nicht zur Verfügung. Das Land will sein Gebäude nicht veräußern, in dem Teile des Verwaltungsgerichtes untergebracht sind.


Von Anfang an Eigentümer

Für den Erweiterungsbau zeichnet eine Arbeitsgemeinschaft der Bauunternehmen „Lindemann“ (Stade) und „Matthäi“ (Verden) verantwortlich, die sich in einem europaweiten Teilnahmewettbewerb durchsetzen konnten. Der Bau entsteht im Rahmen eines ÖPP-Modells (Öffentlich-Private-Partnerschaft), bei dem ein sogenannter General­übernehmer den Bau nach den Vorgaben der Kreisverwaltung plant, baut und finanziert, der Landkreis aber von Anfang an Eigentümer und Betreiber des Gebäudes ist, das er dann abbezahlen muss. Vorteil: Die Kommune hat eine Fertigpreisgarantie und kein finanzielles Risiko, falls in der Bauphase eine der beteiligten Firmen in Schwierigkeiten gerät.

Zahlen und Fakten


• 110 neue Büros entstehen in dem Anbau
• Der Bau kostet ca. 10 Mio. Euro ohne Mobilar
• Netto-Grundfläche (Summe aller nutzbaren Flächen im Gebäude): 4.379 Quadratmeter
• 32 Prozent Fensterflächenanteil Außenfassade
• 24 Pkw-Stellplätze für Dienstfahrzeuge entstehen in einer Tiefgarage, weitere Fahrrad-Stellflächen sind geplant
• 124 Parkplätze musste der Kreis von der Stadt am Bahnhof ablösen