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Der Brotdosen-Check

Toni ist gut gerüstet für den Schultag, hätte aber gern auch mal ein "Naschi" in seiner Box

Die Zwischenmahlzeit im Visier: Was Kinder mit in die Schule nehmen / Pausensnacks sollten gesund sein


ab. Buxtehude. Bereitwillig und auch etwas stolz öffnen Vitus, Joulin, Dana, Toni, Oskar, Lea und Liam ihre Brotdosen: Darin befindet sich, was meist als „gutes Essen“ bezeichnet wird. Es sind belegte Brote, meist Vollkorn, Apfelstückchen, geschälte Karotten. Ein Kinderjoghurt ist dabei - dieser gehört durch seinen hohen Zuckergehalt also eher zu den ungesunden Lebensmitteln. Zu trinken gibt es Selter oder Wasser, seltener eine Apfelschorle. Diese Zweitklässler wissen schon ganz gut, worauf es bei gesunder Ernährung ankommt.

Meist haben die Mütter die Boxen gepackt, erzählen sie, manchmal auch der Papa. Einige von ihnen haben gar keine Lust darauf, Süßes einzupacken, anders Toni: „Ich möchte gern auch mal Schokolade oder Chips mitnehmen. Auch für Leas Geschmack dürfte etwas anderes dabei sein: „Cracker mag ich gern“, strahlt sie.
Ein kleines Naschi darf es hin und wieder geben - sollte jedoch die Ausnahme bleiben. Und das ist häufig nicht der Fall, sagt Grundschullehrerin Sandra Banerjea (43). „Manche Eltern stecken ihren Kindern morgens einen Euro zu und sagen ‚Kauf dir, was du magst‘. Die Wahl fällt selten auf einen Apfel, eher auf Süßes, und ist damit nicht sehr abwechslungsreich.“

Immer wieder bemüht sich die Lehrerin daher, Kinder über gesunde Ernährung aufzuklären, bei einigen jedoch vergebens. „Die Schüler, die sowieso schon extrem quirlig sind, haben dann Schoko-Snacks, Croissants und Limo dabei. Da ist zu viel Zucker und Fett drin. Diese Kinder drehen danach noch mehr auf und können sich nur ganz schwer konzentrieren.“ Bei Limogetränken spreche sie sogar Verbote aus. „Diese Flaschen bleiben zu und es gibt einen Becher Wasser.“

Sandra Banerjeas Erfahrungen haben gezeigt, dass es nichts bringt, den Kindern gegen ihren Willen Gesundes einzupacken. „Wenn sie das nicht kennen oder mögen, essen sie es nicht.“ Mit Gemeinschaftsaktionen, weiß die Mutter zweier Kinder, können Obst und Gemüse schmackhaft gemacht werden. „Es kommt gut an, wenn die Schüler gemeinsam in der Klasse klein geschnittenes Obst und Gemüse essen. Da wirkt die Gruppendynamik.“

Den Eltern empfiehlt sie, mit den Kindern Gesundes auszuprobieren, um herauszufinden, was ihnen schmeckt. „Am besten nicht morgens in Hektik, sondern wenn genug Zeit dafür ist.“