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Der "Seeadler-Mord" von Balje ist aufgeklärt

Der Seeadler wurde in seinem Horst in Balje mit einem Gewehrschuss getötet (Foto: Nabu)
65-jähriger Jäger im Visier der Staatsanwaltschaft Stade

tk. Balje/Hörne. Dieser Schuss, der deutschlandweit für Empörung sorgte, ging für den Schützen nach hinten los: Ins Visier der Staatsanwaltschaft Stade beim sogenannten "Seeadler-Mord" in Balje-Hörne ist ein 65-jähriger Mann aus Balje gerückt. Zeugen hatten ihn am 27. Januar mit einem Gewehr in unmittelbarer Nähe des Adlerhorstes gesehen. Kurz danach hörten sie einen Schuss. Die Ermittler sind sich sicher, dass der 65-Jährige für die Tat verantwortlich ist.



Der Beschuldigte ist Jäger. Ihm gehören Flächen in der Nähe des Seeadler-Horstes, so die Staatsanwaltschaft. Die Ermittliungsbehröde schließt derzeit nicht aus, dass das Motiv für die Tat finanzielle Hintergründe haben könnte. Die wirtschaftliche Nutzung einer Fläche mit einem streng geschützten Seeadler ist eingeschränkt. Kurz nach der Tat wurde über eine solches Motiv bereits spekuliert. Denn in der Nähe, im Grenzgebiet der Landkreise Cuxhaven und Stade, wird ein Windpark geplant. Der Adler war dabei offenbar ein Hindernis.

"Wir werfen dem Mann eine Straftat nach dem Bundesnaturschutzgesetz vor", erklärt Oberstaatsanwalt Kai Thomas Breas. Das kann schwerwiegende Folgen haben: Wer vorsätzlich eine streng geschützte Tierart tötet, kann mit Haft bis zu fünf Jahren bestraft werden.

Sollte das adlerfreie Grundstück mit mehr Gewinn verkauft oder verpachtet werden, hat der Eigentümer übrigens nichts davon. "Ein Mehrwert, der durch eine Straftat erlangt wird, wird abgeschöpft", so Breas. Für den Beschuldigten dürfte das im Falle einer Verurteilung der teuerste Schuss in seinem Jägerleben gewesen sein.