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Der Weihnachtsmann hat die perfekte Work-Life-Balance

(Foto: Fotolia GooDAura/Montage: MSR)

tk. Landkreis. "Ich finde es total ungerecht, dass ich nur auf meinen Job reduziert werde", sagt der alterslose Mann mit dem weißen Rauschebart. Alle Welt gucke auf ihn, aber das nur an einem einzigen Tag im Jahr. "Da bekommste irgendwann Burnout", sagt der Weihnachtsmann.

Zwischen Flatscreen-TV und Notebook steht ein schmales Regal mit Büchern im Arbeitszimmer des Weihnachtsmannes: Erziehungsratgeber. "Die brauche ich", sagt er. Die Kinder hätten sich extrem verändert. Mit "Hohoho" könne er sich keinen Respekt mehr verschaffen. Forderungen wie "Ey Alter, her mit der PlayStation4", habe es früher nicht gegeben. "Ich arbeite heute mehr mit erlebnispädagogischen Ansätzen", sagt der Weihnachtsmann. Es gehe um das konkrete und gemeinsame soziale Lernen in der Bescherungs-Gruppe, das ohne Belehrungen auskommen müsse. "Rute war gestern."

Seine Finger huschen flink übers iPhone6. Er googelt Jugendsprache 2014. "Ich will schließlich nicht als Allround-Laie rüberkommen (Anm. d. Red: totaler Versager).

Ein Besuch beim Weihnachtsmann im Jahr 2014 räumt mit Mythen auf. Ist wenigstens Rudolph, das rotnasige Rentier noch an Bord? Der Weihnachtsmann schaut aus dem Fenster und zeigt auf eine tief verschneite Weide mit grasenden Rentieren. "Postkarten-Idylle für Touristen", sagt er. Er persönlich setze lieber auf einen bequemen SUV mit Navi. "Verfahren kann ich mir nicht leisten."

Und wie bekommt er das mit dem Verteilen der Geschenke tatsächlich hin? "Weihnachtsmann ist als Brand erfolgreich und hat damit eine hohe Credibility. Benchmark ist für mich die Customer Satisfaction. Weil ich nur on demand arbeite, muss ich den Workflow durch Support steuern." Soll heißen? Er lächelt verschmitzt: "Ich mache das Marketing, die andern die Arbeit." Der Weihnachtsmann nippt an einem Energy-Drink und krault sich nachdenklich im Rauschebart: "Das mit dem drohenden Burnout ziehe ich zurück. Die Work-Life-Balance ist in meinem Job total perfekt!"