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Die Jugend wird wieder politischer

Daumen hoch: Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehen ihre eigene Zukunft laut "Shell"-Studie optimsitisch (Foto: Fotolia/Robert Kneschke)
Neue "Shell"-Jugendstudie: Das Interesse an Politik wächst, das an Parteien aber nicht

tk. Landkreis. Politisch desinteressiert und auf dem Ego-Trip: Ein solches Bild haben viele Jugendstudien in den vergangenen Jahren gezeichnet. Die neue "Shell"-Jugendstudie, die am Dienstag vorgestellt wurde, widerspricht. Die Hälfte der Befragten im Alter von 15 bis 25 Jahren gaben an, sich für Politik zu interessieren. In der Altersgruppe 12 bis 25 sind es 41 Prozent mit Politik-Interesse.

Für die Shell-Studie wurden insgesamt 2.558 junge Menschen zwischen 12 und 25 Jahren durch ein Institut befragt. Forscher mehrerer Universitäten haben die Auswertung begleitet.

Seit 2012 ist demzufolge das Politikinteresse der jüngeren Generation stetig gewachsen. Anfang der neunziger Jahre, zu Zeiten des Mauerfalls und der Wiedervereinigung, waren mit 57 Prozent allerdings noch mehr Jugendliche als jetzt an der aktuellen Politik interessiert. Die Forscher erklären die Zahlen so, dass der Rückzug ins Private gestoppt worden sei.

Die sogenannten etablierten Parteien profitieren nicht von dieser Entwicklung. Nur vier Prozent der Befragten engagieren sich in einer Partei oder einer Gruppe. Das Vertrauen in die Parteien ist den Studien-Autoren zufolge sehr gering.
Politisches Engagement funktioniert für die 15- bis 25-Jährigen anders: Etwa durch Warenboykott aus politischen und ethischen Gründen oder mit Onlinepetitionen. Klares Ergebnis auch bei der Bewertung, wie ihre Themen in der Politik berücksichtigt werden: 83 Prozent der Befragten wünschen sich, dass sie eine stärkere Beachtung finden.

Mit der Demokratie in Deutschland sind die meisten jungen Menschen zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Und bei dem aktuellen Topthema Flüchtlinge sind die Jüngeren deutlich entspannter als ältere Generationen: Nur jeder dritte Jugendliche findet, dass die Zuwanderung zu viel sei.

Weitere Ergebnisse: 90 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Familie und Kinder nicht wegen des Jobs zurückstehen dürfen.
• 61 Prozent betrachten ihre eigene Zukunft optimistisch. 52 Prozent sehen auch die Zukunft der Gesellschaft optimistisch.
• Mehr als vier Fünftel der Jugendlichen sind davon überzeugt, dass die Internetgiganten mit ihren Daten Geld verdienen.
• 95 Prozent der 12- bis 25-Jährigen in Deutschland wünschen sich einen sicheren Arbeitsplatz.