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Ein Rumäne in Buxtehude: "Kein Englisch in deutschen Amtsstuben"

Laurentiu Tone: "Warum gibt es deutsche Behördenseiten nicht mit einem Button für Englisch"

tk. Buxtehude. Sind Deutsche Englisch-Muffel? Lernen sie in der Schule diese Sprache, nur um schnell wieder alles zu vergessen? Und warum gibt es in Deutschland keine Behörden-Formulare für Ausländer in englischer Sprache? Diese Fragen stellt sich Laurentiu Tone. Der Rumäne arbeitet seit 2011 als Technical Superintendent bei der Buxtehuder Reederei NSB. Englisch wird überall gesprochen, auf deutschen Amtsstuben offenbar nicht. "Das ist manchmal ganz schön schwierig", sagt Tone, der nur wenig Deutsch spricht.

In das beschauliche Buxtehude hat er sich verliebt, als er vor einigen Jahren zum ersten Mal da war. Der Spezialist für die Reparatur und Ausrüstung von Schiffen, der jahrelang zur See gefahren ist, wird mit seinem Wissen bei der Reederei NSB gebraucht. So wie Deutschland viele Experten aus dem Ausland benötigt werden, weil Fachkräftemangel herrscht. "Hier gibt es gar nichts auf Englisch", musste Tone feststellen. Von der Anmeldung bis zum Steuerformular - alles auf Deutsch. Auch online sieht es nicht besser aus.
Das wundert den Rumänen allerdings. Sein Land liege in manchen Dingen zwar weit hinter Deutschland zurück. Viele offizielle Behördenseiten haben aber einen Button für Englisch - und auf Knopfdruck haben Ausländer, die diese Weltsprache beherrschen, den Durchblick.
Tone hat schon mehrere Anläufe unternommen, Deutsch zu lernen. Er ist aber immer wieder geschäftlich unterwegs und mit den Inhalten der Seminare hadert er auch. "Ich will zuerst Wörter und Sprechen lernen", sagt er. Das Schreiben, das jedoch im Mittelpunkt gestanden habe, interessiere ihn erst ein zweiter Linie.
Zeit zum Deutschlernen wird er vermutlich noch haben. "In Buxtehude möchte ich länger bleiben", sagt Laurentiu Tone. Es sei denn, seine Frau, die ein wenig Deutsch spricht, macht seinem Auslandsjob ein Ende.
Rumänien, findet Tone, eifert Deutschland in vielen Dingen nach. "Die Bürokratie nimmt bei uns zu." In einem Punkt ist sein Heimatland allerdings noch bürokratiefrei. Gemeinsam mit Freunden baut er ein Hotel, das an einem See liegt. Ein Urlaubsdomizil für Angler soll es werden. "Dort darf jeder angeln", sagt Tone. Das sei hier völlig anders. Ohne Angelschein und Erlaubnis gehe gar nichts. Auf Englisch sind solche Papiere natürlich nicht zu bekommen..