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Ein Wochenende in Aarhus: Riesige Jungs und dünne Männer

Der „dünne Mann mit Fahrrad“ wird ausgiebig bestaunt
 
Das 4,5 Meter große Kunstwerk „Boy“ im AroS-Museum wirkt umso gewaltiger, wenn Malin davor in die Hocke geht

Kurztrip, Kind und Kultur? WOCHENBLATT-Redakteurin Alexandra Bisping hat es ausprobiert

ab. Buxtehude. Es ist beinahe Mitternacht, als wir, meine neunjährige Tochter Malin und ich, WOCHENBLATT-Redakteurin Alexandra Bisping, ankommen. Mit dem Zug sind wir an diesem Abend knapp fünf Stunden ins dänische Aarhus gereist, in die Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2017. Obwohl noch viele Busse fahren, gönnen wir uns ein Taxi zu unserer Schlafstätte und freuen uns auf das Wochenende in Dänemarks zweitgrößter Stadt.

Begrüßt werden wir am Samstagmorgen von einer nordisch steifen Brise und grauem Himmel. Doch davon lassen wir uns die gute Laune nicht verderben und steigen in den nächsten Bus, der uns in das Zentrum von Aarhus bringt. Mit im Gepäck: ein Roller, damit das Kind auch längere Strecken bewältigen kann.

„Es ist schön hier“, stellt Malin fest, als wir an unserem Ziel ankommen. Und wirklich: Wir entdecken skandinavisches Design an nahezu jeder Ecke der Stadt, an Häusern, und Brücken, bummeln vom Bahnhof über die Fußgängerzone „Søndergade“, die bis zum Dom reicht, freuen uns über Statuen wie den „dünnen Radfahrer“ - bis uns ein Dauerregen ins Museum „ARoS“ treibt. Hier gibt es den berühmten Regenbogengang „Rainbow Walk“, von dem aus die Stadt in sämtlichen Spektralfarben zu sehen ist.

Bereits im Foyer werden wir von einer riesigen bunten Stoffkrake empfangen. Malin ist von dem Museum begeistert, teilweise auch verschreckt, wie beispielsweise von der Ausstellung „No Man is an Island - The Satanic Verses“, das ein verstümmeltes Paar zeigt oder den übergroßen Jungen „Boy“: Das Werk des australischen Künstlers Ron Mueck ist 500 Kilogramm schwer und 4,5 Meter hoch und wirkt sehr lebensecht. „Ich glaube, der Junge hat Angst“, stellt Malin nachdenklich fest.

Nach zweieinhalb Stunden verlassen wir das Museum. Wir wären gerne länger geblieben, aber die Zeit wird knapp und wir wollen noch mehr sehen. Nach einer üppigen Mahlzeit zeigt uns ein Blick auf die Uhr, dass wir uns beeilen sollten, wenn wir am Hafen in die gewaltige Bibliothek „DOKK1“ gehen wollen. Doch diese ist schon geschlossen. Kein Wunder - es ist bereits halb sechs abends. Dafür eine neue Entdeckung: Rund um das Gebäude wurde ein toller Spielplatz aus Holz errichtet, mit riesigen Figuren, Rutschen und Pfählen zum Klettern. Müde, aber glücklich kehren wir gegen 21 Uhr in unser Zimmer zurück.

Der Sonntag beginnt mit einer Überraschung: Die Sonne strahlt vom Himmel. Im Zentrum setzen wir uns daher in der Nähe des großen Kaufhauses „Magasin“ zum Frühstücken an den dortigen Fleth. Heute steht das „MOMU Moesgaard Museum“ ganz oben auf unserer Liste. Es soll ein Highlight für Klein und Groß sein und beschäftigt sich mit der menschlichen Evolution. Doch bis dahin kommen wir gar nicht, denn unser Zug fährt schon gegen drei Uhr und draußen ist es herrlich warm. Darum beschließen wir, uns durch die Straßen treiben zu lassen und stehen plötzlich auf einem riesigen Flohmarkt. Ein Paradies für Design-Liebhaber - es gibt Schnäppchen von Möbeln über Kleidung bis hin zu Kleinartikeln.

Vor der Abfahrt unseres Zuges bummeln wir noch einmal durch ein paar Shops, die auch sonntags geöffnet haben, dann ist unsere Zeit um.

Als wir im Zug sitzen, sind wir glücklich und ein bisschen wehmütig: Wir haben so vieles nicht gesehen und nehmen uns fest vor: „Aarhus, wir kommen wieder!“