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Eine "Autobahn" für Fahrradfahrer

So sieht ein Radschnellweg aus (Foto: orange edge / Metropolregion Hamburg)
(bc). Radschnellwege sind so etwas wie die Autobahn für Pedalritter. Sie sind ungefähr vier Meter breit, verfügen über einen Mittelstreifen und werden so wenig wie möglich von Kreuzungen unterbrochen. Um noch mehr Menschen - vor allem Pendler im Umland - auf das Fahrrad zu bekommen und Straßen und Bahnen in der Metropolregion Hamburg zu entlasten, hat die Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) eine Analyse zu den Vorteilen von Radschnellwegen vorgelegt.
Die TU hat für die Studie 33 abstrakte Korridore in der Metropolregion untersucht, wie sich die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Schulen oder Einkaufsmöglichkeiten verbessert, wenn Radschnellwege umgesetzt werden. Im Landkreis Stade war das ein mehrere hundert Meter breiter Korridor entlang der Bahnlinie bis Stade. Im Landkreis Harburg wurden Strecken untersucht entlang der Bundesstraße von Harburg Richtung Nenndorf über Buchholz weiter an der Bahn über Sprötze bis nach Tostedt sowie ein Korridor entlang der Bahn von Lüneburg über Winsen und Stelle südwestlich des Rangierbahnhofs Maschen Richtung Hamburg. Außerdem beinhaltet die Analyse einen Korridor von Hanstedt entlang des Straßennetzes bis nach Bispingen. Konkrete Strecken werden aber erst im Zuge einer späteren Machbarkeitsstudie ermittelt. Die nun vorliegende Potenzialanalyse zeigt auf, wie Radschnellwege in diesen Korridoren zu Reisezeitverkürzungen beitragen könnten. Auch mögliche Vorteile bei einer Verknüpfung von Rad und Bahn wurden analysiert. Die Ergebnisse liefern den Kommunen wissenschaftliche Erkenntnisse, auf deren Basis sie planen können. Dazu Marcus Peter von der TU: „Unsere Untersuchungen zeigen, dass ausgehend vom Wohnort, die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Schulen etc. mit dem Fahrrad durch Radschnellwege um bis zu 75 Prozent verbessert werden kann.“
Im Kreis Pinneberg wird. schon intensiv gearbeitet, wo ein 32 Kilometer langer Radschnellweg zwischen Elmshorn und Hamburg gebaut werden soll. Die Forscher der TU unterstreichen, dass dort in einem Umkreis von 3,5 Kilometern knapp 720.000 Menschen leben, die von einem Radschnellweg profitieren könnten.
In diesem Jahr sollen erste Korridore in einer Machbarkeitsstudie untersucht werden. Angesichts der hohen Kosten von 1,5 Mio. Euro pro Kilometer Radschnellweg können nicht alle Korridore verwirklicht werden. Bundesweit gibt es nur zwei Radschnellwege: einen in Göttingen und einen im Bau an der Ruhr.