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Eine Lösung für 90.000 Euro

Konnte das Publikum nicht vollends von der neuen Buslinie überzeugen: Michael Peter (stehend) von der KVG

Wegfall der Buxtehuder Ringbuslinie soll mit zusätzlicher Buslinie aufgefangen werden

ab. Buxtehude. ab. Buxtehude. Die Umstellung des Buslinienverkehrs in der Hansestadt Buxtehude hatte für reichlich Unmut gesorgt - jetzt musste der Öffentlichkeit schnell eine Lösung präsentiert werden. Und die kam auch prompt: Michael Peter von der KVG schlug im Ausschuss für Stadtentwicklung eine zusätzliche Buslinie vor. Diese soll wieder für eine bessere Anbindung zwischen Buxtehude Süd und der Innenstadt sorgen. Doch die Lösung kostet: Mit 90.000 Euro jährlich schlägt die Buslinie „2105“ zu Buche. Zweites Problem: Der Bus soll seine Tour erst ab 9 Uhr beginnen, was für viele zu spät ist.

Und darum geht es: Seit Ende Juni fahren die Buslinien zu anderen Uhrzeiten oder eine völlig neue Strecke. Mit der Umstrukturierung hatte die Stadt auf rückläufige Fahrgastzahlen reagiert. Minus sechs Prozent seien das in den vergangenen fünf Jahren gewesen, sagte der Erste Stadtrat, Michael Nyveld. Dadurch fiel der Ringverkehr der Buslinien 2101 und 2102 komplett weg - eine Katastrophe vor allem für ältere Bürger. Die hatten bereits am Freitag vergangener Woche bei einer Versammlung in der Wachtelburg gegenüber den Verantwortlichen der Stadtverwaltung und der KVG ihren Protest geäußert (das WOCHENBLATT berichtete).

„Die Linke“ hatte zuvor einen Antrag auf Nachbesserung des neu strukturierten Busnetzes eingereicht. Doch wie groß das Dilemma nach der Umstellung der Buslinien ist, zeigte sich einmal mehr im gut besuchten Ausschuss. Entweder werde auf dem Weg zur Arbeit am Bahnhof die Anschlussbahn verpasst oder auf dem Rückweg der Bus, beklagten Pendler. Ältere Bürger, die morgens um acht Uhr zum Blutabnehmen in die Bahnhofstraße oder zum Ärztezentrum am ZOB müssten, kämen dort zu spät an. Weiteres Manko: Die Busfahrer sind mit dem neuen Zeitplan noch nicht vertraut, so dass in Hedendorf und Eilendorf morgens die Schüler stehen blieben, weil die Busse nicht kamen.

Die neue Linie 2105 soll jetzt helfen, zumindest denjenigen, die tagsüber einen besseren Anschluss brauchen. Nach jetzigem Stand startet die neue Buslinie in ca. vier bis sechs Wochen. Laut Michael Peter wird dann ca. zwei Jahre lang die Auslastung getestet.
Einige Ausschussmitglieder begrüßten Peters Vorschlag. Andere zweifelten daran, ob eine so kostspielige Variante die endgültige Lösung sei. Außerdem wurde bemängelt, dass es auch durch diese neue Linie keine verbesserte Anbindung für die Randgebiete gebe.
Die neue Linie fährt vom ZOB Richtung Bahnhof Süd und kehrt - ähnlich dem früheren Ringbus - über das Krankenhaus, die Haltestelle Am Steingrab über die Rehwiese Richtung Kellerkuhle durch die Stader Straße wieder zum Bahnhof Süd zurück.

Zu einer Veränderung der Fahrzeiten von 9 bis 14 Uhr regte Thomas Lange, Beisitzer der Grünen, an: Da in der Mittagszeit nur wenige Fahrgäste die Buslinie nutzten und der Bedarf in den Morgenstunden größer sei, könnte der Bus ab 8 Uhr fahren und stattdessen die Strecke zwischen 13 und 14 Uhr streichen. Dieser Vorschlag wurde im Ausschuss einstimmig angenommen.

Zahlen zum Busverkehr in Buxtehude
Die Stadt hatte sich im Jahr 2015 bei den Planungen zur Verbesserung des Buxtehuder Busverkehrs für das sogenannte mittlere Paket zu 100.000 Euro entschieden. Die neue Linie 2105 würde noch einmal jährlich 90.000 Euro kosten. Eine bestehende Strecke um eine Busstunde zu verlängern, kostet jährlich auf rund 9.000 Euro. Insgesamt betragen die Kosten für den Busverkehr 1,2 Millionen Euro. Davon werden 650.000 Euro durch den Fahrkartenverkauf abgedeckt, 550.000 Euro gibt der Landkreis dazu.