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Elbvertiefung: Gegner melden sich zu Wort

(bc). Nach der Grundsatzentscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes pro Elbvertiefung (das
WOCHENBLATT berichtete) haben sich nun die Gegner zu Wort gemeldet. Sie stellen die Frage: Ist die Planung überholt? Den Bürgerinitiativen „Regionales Bündnis gegen Elbvertiefung“ und „Hamburg für die Elbe“ sind ihrer Ansicht nach „erstaunliche Reserven für Tiefgang und Ladung“ bei der Auswertung der Schiffsstatistik des vergangenen Jahres aufgefallen.
In einer Presseerklärung heißt es, dass von den großen Schiffen mit Platz für mehr als 8.000 Standardcontainer in 2016 in Hamburg 65 Prozent tideunabhängig ein- und 73 Prozent tideunabhängig ausliefen. Walter Rademacher vom Regionalen Bündnis: „Dabei hatten sie noch reichlich Wasser unterm Kiel.“
Einlaufend habe die Tiefgangsreserve durchschnittlich 2,84 Meter und auslaufend 1,54 Meter betragen. Das entspreche etwa einer Ladungsreserve von 3.700 Containern einlaufend bzw. 2.000 Containern auslaufend. „Es ist anhand der realen Tiefgänge unverständlich, dass die Elbvertiefung ständig zur höchst dringlichen Existenzfrage für Hamburg oder gar für den amtierenden Exportweltmeister Deutschland stilisiert wird“, meint Rademacher, „denn die Schiffe sind in den letzten zehn Jahren zwar länger und breiter geworden, aber eben nicht tiefer.“
Die zunehmende Breite der Schiffe sei wesentlich problematischer, die größeren Schiffe können sich nicht mehr überall begegnen. Rademacher: „Die geplante Vertiefung löst das Problem des Begegnungsverkehrs nicht“. Die zunehmende Anzahl von Schiffsanläufen und die gestiegenen Schiffsgrößen bei stagnierendem Ladungsaufkommen hätten zu spürbar abnehmenden Tiefgängen auf der Elbe geführt. Steigende Containerumschläge seien nicht
in Sicht.
Axel Godenrath von „Hamburg für die Elbe“: „Der Bau von Begegnungsboxen anstelle einer unnötigen weiteren Vertiefung wäre bedarfsgerecht und würde nicht nur Kosten und Folgekosten deutlich senken, sondern die Hafenzufahrt wirksam erleichtern und die Umwelt schonen. Also eine echte Win-Win-Situation für alle.“