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Er macht Krebspatienten Mut

Der gelernte Journalist lebte mit seiner Frau drei Jahre lang in Australien. Auch diese Episode taucht in dem Büchlein auf
bc. Groß Hove. Vor 15 Jahren änderte sich das Leben von Klaus Kilian radikal. Der erfolgreiche Verlagsleiter bei Axel Springer („Bild am Sonntag“) erkrankte an Krebs. Eine Diagnose, die viele Menschen aus der Bahn wirft. Nicht so Klaus Kilian. Das Motto des Mannes aus Groß Hove im Alten Land: Denke positiv!
Er schrieb eine Liste mit Dingen, die er machen möchte, wenn er die schreckliche Krankheit überlebt. Jedes Jahr ein Projekt, bis er weit über 100 Jahre alt ist. Für 2016 nahm er sich vor, 1.000 Leute zum Schmunzeln zu bringen. Für den gelernten Journalisten war klar: Das klappt nur mit einem Buch.
Am 29. Oktober, am Tag seines 68. Geburtstags, erschien nun sein Werk mit dem Titel „Meine schönsten Flops“. „Ich möchte an dem Buch nichts verdienen. Je Exemplar spende ich von meinem Autorenhonorar einen Euro an die Eppendorfer Krebs- und Leukämiehilfe“, sagt der gebürtige Westfale, dessen Ziel es war, „ein Mut- und Muntermacher für Patienten und Angehörige zu schreiben“.
Glaubt man den 50 Testlesern, darunter zehn Krebspatienten, ist ihm das gelungen. Fast durchweg bewerteten sie das 100-Seiten-Büchlein positiv. In 51 kurzweiligen Amüsier-Geschichten plaudert er aus dem Nähkästchen, erzählt über die Pleiten, Pech und Pannen seines Lebens. Nebenbei schildert er die Chronologie seiner Krebsgeschichte. Frei nach dem Motto: Auf Regen folgt immer Sonnenschein.
Den Tipp zu dem Buch bekam er vom langjährigen Chefredakteur der „Bild am Sonntag“, Hans Bluhm, der ihm riet: „Lebenserinnerungen strotzen meistens vor Eitelkeiten und Unwahrheiten. Wenn sie ein Buch planen, schreiben sie über Peinlichkeiten.“
Der erste Flop ereilte Klaus Kilian gleich bei der Geburt. Beim Abtasten des Bauches behauptete die Hebamme: Das müssen Zwillinge sein. Am 29. Oktober 1948 erblickte Klaus Kilian das Licht der Welt. Geburtsgewicht: 13 Pfund!
„Meine schönsten Flops“ ist nunmehr das 15. realisierte Projekt, seitdem Klaus Kilian in der Uni-Klinik in Hamburg mit Schläuchen im Arm entschied, eine sogenannte Bucket-Liste zu schreiben - ähnlich wie im Film „Das Beste kommt zum Schluss“ mit Morgan Freeman und Jack Nicholson.
Alle Punkte seiner Liste will er nicht verraten, weil auch viel Persönliches dabei ist. Was er sagen kann: Die drei Alpakas, die er jetzt auf seinem 4.000 Quadratmeter Grundstück am Deich hält, waren immer sein Traum. Außerdem veranstaltete er ein großes Skat-Turnier mit 50 Teilnehmern, die „Kilian-Open“. Und: Klaus Kilian selektierte Freundschaften. Denn nicht alle konnten mit seiner Krankheit so umgehen, wie er es erwartet hätte.
Bis jetzt sind 265 Exemplare des Buches verkauft. Ziel ist es, mindestens 1.000 unter die Leute zu bringen, um eine runde Summe für die Krebsforschung in Eppendorf bereitzustellen.
• Das Buch gibt es im Buchhandel und bei Amazon. Das Taschenbuch kostet 8,99 Euro (ISBN 978-3-7418-5884-0), das Hardcover 14,99 Euro (ISBN 978-3-7418-5880-2)